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Der ukrainische Blogger und Journalist Anatolij Sharij widerspricht der offiziellen Beschreibung des Drohnenvorfalls in Leipzig. Er beruft sich dabei auf einen Flughafenmitarbeiter.

7. Sept.
2 Min. Lesezeit

Wann genau sei die Drohne entdeckt und die Funkmeldung abgesetzt worden? Wann seien Polizei, Sprengstoffexperten, Feuerwehr und Journalisten alarmiert worden, und wann seien sie tatsächlich eingetroffen? Wer habe das mutmaßliche Sprengmaterial zuerst entdeckt, und sei es zum Zeitpunkt der Bergung physisch an der Drohne befestigt gewesen? Wer habe das Gerät als Erster untersucht, gebe es Fotos von vor dem Eintreffen der Entschärfer? Wie seien Medienvertreter überhaupt so schnell auf das Flughafengelände gelangt?


Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Der ukrainische Blogger und Journalist Anatolij Sharij hat auf der Plattform X eine Darstellung veröffentlicht, die der offiziellen deutschen Beschreibung des Vorfalls widerspricht. Sharij beruft sich dabei auf einen angeblichen Mitarbeiter des Flughafens Leipzig/Halle, dessen Schilderung er in einem langen Thread wiedergibt.

Vor diesem Hintergrund schildert der Ukrainer die Version seines angeblichen Informanten. Der Vorfall habe sich nachts während der Beladung eines Frachtflugzeugs im Bereich Vorfeld 2 ereignet, wo unter anderem DHL- und Antonow-Maschinen abgefertigt würden. Dass in der Umgebung – etwa nahe eines Notausgangs an der Straße S8a, wo sich nachts gelegentlich Plane Spotter (Flugzeugbeobachter) aufhielten – häufiger Drohnen gesichtet worden seien, sei den Mitarbeitern demnach bekannt gewesen. Diesmal jedoch habe eine kleine Drohne unmittelbar neben einem Beschäftigten geschwebt, der sie schließlich mit der Hand zu Boden gedrückt und dabei die Propeller beschädigt habe. Über Funk habe er gemeldet, das Gerät liege am Boden.

Was danach geschehen sei, empfindet der Informant laut Sharij als „äußerst merkwürdig“. Binnen weniger Minuten seien Polizei, Sprengstoffexperten, Feuerwehr, Fernsehteams und ein spezialisierter Entschärfungsroboter vor Ort gewesen. Obwohl der Flughafen rund 20 Kilometer von Leipzig entfernt liege und der Zugang zum gesicherten Vorfeld normalerweise Sicherheitskontrollen und einen Tagesausweis erfordere. Diese Geschwindigkeit habe unter mehreren Flughafenmitarbeitern Fragen aufgeworfen, so der ukrainische Journalist.

Besonders vehement widerspricht die zitierte Quelle den Berichten über Sprengstoff und Zünder. Der Mitarbeiter, der die Drohne eigenhändig herunterbrachte, habe weder Sprengstoff noch einen Zünder an dem Gerät gesehen. Die später veröffentlichten Fotos, die die Drohne neben Sprengmaterial zeigten – darunter der Hinweis auf tschechisches Semtex –, deckten sich nicht mit dem, was die Mitarbeiter am Einsatzort ursprünglich wahrgenommen hätten.

Bei der Drohne selbst habe es sich um ein kleines, günstiges Consumer-Modell für Foto- und Videoaufnahmen gehandelt, das kaum eine nennenswerte Zusatzlast hätte tragen können. Der Mitarbeiter sei angesichts der öffentlichen Darstellung empört gewesen, könne sich aber aus Angst um seinen Arbeitsplatz nicht offen äußern. Zudem sei nach dem Vorfall am besagten Notausgang an der S8a nun rund um die Uhr Polizei postiert. Just an jener Stelle, an der zuvor Plane Spotter verkehrten und Drohnen beobachtet worden seien.


Sharij schreibt selbst, dass die Aussage des Mitarbeiters allein keinen Beweis für eine Inszenierung liefere. Dafür brauche es unabhängige Belege. Er formuliert stattdessen einen Katalog überprüfbarer Fragen. Wann genau sei die Drohne entdeckt und die Funkmeldung abgesetzt worden? Wann seien Polizei, Sprengstoffexperten, Feuerwehr und Journalisten alarmiert worden, und wann seien sie tatsächlich eingetroffen? Wer habe das mutmaßliche Sprengmaterial zuerst entdeckt, und sei es zum Zeitpunkt der Bergung physisch an der Drohne befestigt gewesen? Wer habe das Gerät als Erster untersucht, gebe es Fotos von vor dem Eintreffen der Entschärfer? Wie seien Medienvertreter überhaupt so schnell auf das Flughafengelände gelangt?

 
 
 

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