CO₂-Bomben stoßen eine Milliarde Tonnen-CO₂Emission aus: Können wir die stoppen, die sie produzieren

CO₂-Bomben sind Projekte, die während ihrer Laufzeit mindestens eine Milliarde Tonnen CO₂-Emissionen ausstoßen.

Dazu gehören neue Bohrbrunnen, die in der kanadischen Wildnis als Teil des großen Öl- und Gasprojekts Montney Play entstehen, sowie riesige North-Field-Gasfelder in Katar, die in der Studie als die größte neue Öl-und-Gas-Kohlenstoffbombe der Welt bezeichnet werden.

Und dazu gehören auch die Pläne für eine riesige Offshore-Pipeline und eine Flüssigerdgas-Anlage in Cabo Delgado, einer Provinz in Mosambik im südlichen Afrika. Das Vorhaben wird mit mehr als 1,2 Milliarden Euro von der britischen Regierung unterstützt und hat einige der größten Öl- und Gasunternehmen angezogen, die einen weiteren großen Zahltag wittern. Seit das Projekt vor mehr als 15 Jahren in Aussicht gestellt wurde, kämpft Daniel Ribeiro von der örtlichen Gruppe der Umweltgerechtigkeitskampagne Justiça Ambiental dagegen. „Es verursacht bereits jetzt massive Probleme für die lokale Fischerei und für Subsistenz-Bauern, die von ihrem Land vertrieben werden“, erklärte Umweltaktivist Ribeiro. „Aber wenn es fortgesetzt wird und Länder wie Mosambik auf die Schiene fossiler Treibstoff-Förderung gesetzt werden, führt das zu einem globalen Desaster.“ Dem Guardian zur Verfügung gestellte Forschung hat das Projekt in Cabo Delgado nun als eine der 195 Kohlenstoffbomben identifiziert, die – wenn sie nicht gestoppt werden – weltweit eine katastrophale Klimakrise verstärken werden.

Zusammen würden diese CO₂-Bomben 646 Milliarden Tonnen CO₂ produzieren und damit das gesamte CO₂-Budget der Welt aufbrauchen.


Mehr als 60 Prozent dieser Projekte sind bereits in Betrieb. Kjell Kühne, Direktor der Initiative „Leave it in the Ground“ und Autor der Studie zu CO₂-Bomben, schlägt daher vor, zunächst die 40 Prozent der Projekte zu stoppen, die noch nicht in Betrieb sind. Nur so könne die Welt es vermeiden, immer schneller in die Katastrophe hineinzurutschen. Das müsse ein wichtiger Fokus der globalen Klimaprotestbewegung sein. „Ungeachtet des brennenden Planeten hält die Öl- und Gasindustrie weiter an diesen Riesenprojekten fest. Die Vereinbarungen des Pariser Abkommens waren offensichtlich nicht ausreichend, um sie ihr Geschäft hinterfragen zu lassen. Diese Kohlenstoffbomben sind der wichtigste einzelne Indikator dafür, dass wir nicht genug tun.“

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