top of page

2001 stand der russische Präsident Wladimir Putin im Deutschen Bundestag und sprach von Frieden, Partnerschaft und einem gemeinsamen europäischen Haus. Seine Ideen und sein Auftritt wurden gefeiert.

vor 1 Minute
1 Min. Lesezeit

Ostdeutsche Allgemeine Zeitung: Eine Eskalation folgt auf die andere. Am Donnerstag wurde Russland im Bundestag erneut „Staatsterrorismus“ vorgeworfen. Die letzten kulturellen Brücken zum russischen Nachbarn werden gekappt. Das Russische Haus in Berlin und das Goethe-Institut in Moskau werden geschlossen. Gleichzeitig verstärken die Nato und Russland ihre Truppen an den gemeinsamen Grenzen in Polen, Finnland und im Baltikum.

Skurril und fast vergessen wirkt dagegen, was sich vor 25 Jahren im politischen Zentrum Berlins ereignete. Damals stand der russische Präsident Wladimir Putin im Deutschen Bundestag und sprach von Frieden, Partnerschaft und einem gemeinsamen europäischen Haus. Seine Ideen und sein Auftritt wurden gefeiert – das Ende des Kalten Krieges war erreicht.


Putin setzte bewusst auf kulturelle Nähe. Er sprach von der „Einheit der europäischen Kultur“ und sagte: „Russland ist ein freundlich gesinntes europäisches Land.“ Dann kündigte er an, einen großen Teil seiner Rede „in der Sprache von Goethe, Schiller und Kant“ zu halten. Putin wollte Russland nicht als Gegenmodell zu Europa zeigen, sondern als Teil seiner Geschichte, Kultur und Zukunft.


Auch seine europäische Vision war weitreichend. „Der Kalte Krieg ist vorbei“, erklärte er. Die alten Trennlinien zwischen Ost und West sollten verschwinden. Putin sprach vom „einheitlichen und sicheren Europa“ und vom „einheitlichen Großeuropa“. Er verband diese Vision mit Russland. Europa könne sein Gewicht vergrößern, wenn es seine Möglichkeiten mit russischen Ressourcen und Potenzialen verbinde. Die ausgestreckte Hand biete eine engere Verflechtung.



 
 
 

Kommentare


bottom of page