Politische Neugründung Chiles über basisdemokratische Erarbeitung einer neuen Verfassung

Den Chilen:innen wurde unter maßgeblicher Beteiligung westlicher Staaten eine Militärregime aufgezwungen, das dann die sozialen Rechte abgebaut hat und eine harte Neoliberale Politik zu Gunsten der Vermögenden organisierte. Sie haben dann die Diktatur überwunden und ihr Recht durchgesetzt, sich eine neue Verfassung zu geben. Wir sollten das alle verfolgen, um zu sehen, was wir für unsere Länder daraus lernen können und vielleicht auch, wie wir es unterstützen können.


Verfassungskonvent in Chile wird über reproduktive und sexuelle Rechte beraten

Von Poonal, Medio a Medio Übersetzung: Poonal

Eine Basisinitiative für die Legalisierung von Abtreibung sowie sexuelle und reproduktive Rechte hat in Chile ausreichend Unterschriften für ein Volksbegehren gesammelt

QUELLE:REVISTA DE FRENTE / YOUTUBE (SCREENSHOT)

Santiago. Die Basisinitiative für die Legalisierung von Abtreibung sowie sexuelle und reproduktive Rechte hat es als erstes Volksbegehren geschafft, mit ihrem Projekt die nötigen 15.000 Unterschriften zu sammeln, damit der chilenische Verfassungskonvent darüber berät. So sieht es die Geschäftsordnung des Gremiums vor, um die Belange der chilenischen Bevölkerung in den Verfassungskonvent zu integrieren. Seit Juli 2021 arbeiten die 155 zuvor eigens dafür gewählten Vertreter:innen an einem neuen Verfassungstext. Nachdem der Konvent zunächst seine eigene Geschäftsordnung aufstellte, beraten nun die thematischen Kommissionen über die Inhalte der neuen Verfassung. In den ersten Monaten des Jahres 2022 stehen dabei die ersten Entscheidungen an. Dann wird der Konvent auch über den Vorschlag über die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen beraten und abstimmen müssen. Schwangerschaftsabbrüche sind in Chile nur in drei Fällen erlaubt. Viele Ärzt:innen berufen sich jedoch auf eine Regelung, die ihnen erlaubt, aus Gewissensgründen keine Abtreibungen vorzunehmen. Der jüngste Versuch, Schwangerschaftsabbrüche zu legalisieren, scheiterte im Dezember 2021 im chilenischen Senat. Der Vorschlag der Initiative, den der Verfassungskonvent nun beraten wird, sieht neben der Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen eine Garantie des Rechts auf sexuelle und reproduktive Selbstbestimmung vor. Alle Personen sollen demnach das Recht haben, über ihren eigenen Körper zu bestimmen. Begleitet werden soll dieses Recht mit dem uneingeschränkten Zugang zu Bildung in Sexualthemen und einer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Alondra Carrillo, Mitglied der feministischen Vereinigung Coordinadora 8M und Abgeordnete im Verfassungskonvent, sprach in einem Twitter-Video von einem historischen Tag. "Mit der Kraft des Feminismus ist diese historische Anstrengung vorangekommen. Es geht darum, unsere Selbstbestimmtheit und unser Recht, über eine freiwillige Mutterschaft zu entscheiden, als Prinzipien in der neuen Verfassung zu verankern."

Verfassungskonvent in Chile wird über reproduktive und sexuelle Rechte beraten | amerika21



9 Ansichten0 Kommentare