Verfassungskonvent wählt indigene Präsidentin: Für ein pluri-nationales und interkulturelles Chile

Chiles Verfassungskonvent bekommt indigene Präsidentin

Im Oktober haben die Chilenen mit grosser Mehrheit für die Ausarbeitung einer neuen Verfassung gestimmt. Der aktuelle Text stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur von General Augusto Pinochet (1973-1990). Nun hat die Verfassunggebenden Versammlung eine Indigene vom Volk der Mapuche zu ihrer Vorsitzenden gewählt.




Die Mitglieder der Verfassunggebenden Versammlung in Chile haben eine Indigene vom Volk der Mapuche zu ihrer Vorsitzenden gewählt. Elisa Loncón erreichte bei der konstituierenden Sitzung des Verfassungskonvents im Gebäude des ehemaligen Nationalkongresses in Santiago de Chile am Sonntag (Ortszeit) im zweiten Wahldurchgang mit 96 von 155 Stimmen die absolute Mehrheit.


«Ich möchte allen dafür danken, dass sie eine Mapuche und eine Frau gewählt haben, um die Geschichte dieses Landes zu verändern», sagte die Wissenschaftlerin in ihrer ersten Rede nach der Wahl, die sie auf Mapudungun, der Sprache der Mapuche, und auf Spanisch hielt. «Dieser Konvent wird Chile in ein pluri-nationales Chile, in ein interkulturelles Chile verwandeln.»


Auch der ebenfalls gewählte Vize-Präsident Jaime Bassa, ein unabhängiger Anwalt, steht für eine neue Politik in dem südamerikanischen Land. Parteilose Kandidaten und linke Oppositionsparteien hatten bei der Wahl zum Verfassungskonvent im Mai gut abgeschnitten und rund 40 Prozent der Sitze geholt.


Nach spätestens einem Jahr soll der Verfassungskonvent eine neue Verfassung vorlegen, über die die Chilenen wiederum in einem Referendum abzustimmen hätten.

https://www.nzz.ch/international/chiles-verfassungskonvent-bekommt-indigene-praesidentin-nzz-ld.1633944






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