USA wollen sich wieder rächen! Sind sie interessenblind lernunfähig: Das wird mehr Gewalt erzeugen

Das wird mehr Gewalt erzeugen, weil es noch mehr Menschen ihr Angehörigen nehmen wird. Wir sollten die westlichen Machthaber dazu bringen, sich endlich an rechtsstaatliche Wege zu halten und andere Völker als gleichberechtigte Menschen zu respektieren.


Die US-Politik ist lernunfähig: Wenn Sie jetzt den Tod ihrer Soldaten durch den Anschlag in Afghanistan rächen wollen, werden sie wieder die Gruppen stärken, die auf Gewalt setzen. Sie werden wieder vielen Menschen ihre Verwandten nehmen und ihrerseits den Wunsch nach Rache dafür fördern. Mehr Menschen werden sich IS-Gruppen anschließen. Das wird auch Afghanistan und die Taliban schwächen.


Rechtsstaatlich ist jetzt Afghanistan für die Aufklärung und Bestrafung der Täter verantwortlich. Das kann und sollte man unterstützen, sich aber nicht wieder mit Gewalt einmischen. Nach dem Völkerrecht haben die USA dazu kein Recht.


Wenn sie nach 9/11 den Weg gegangen wären, den Anschlag vor einem Internationalen Gericht untersuchen zu lassen, hätten sie die ganze Welt und auch die große Mehrheit der Muslime auf ihrer Seite gehabt. Hunderttausende wären bei den Kriegen nicht gestorben. Millionen nicht zur Flüchtlingen gemacht worden. Billionen öffentliche Mittel hätten für die Verwirklichung menschenwürdiger Lebensbedingungen und den Stopp der Klimazerstörung genutzt werden können.


Aber sie hatten anderes im Sinn: Im Nahen und Mittleren Osten den Völkern ihre nach der Kolonialzeit gewonnen Unabhängigkeit zu nehmen. Sie wollten so die rohstoffreiche Region und damit die Weltwirtschaft weiter beherrschen können. Denn auch das aufstrebende China, Europa, Japan und alle möglichen Konkurrenten sind in Zeiten ölbasierter Wirtschaften auf Importe aus dieser Region angewiesen.


Die USA - und in ihrem Schlepptau die NATO - nutzten 9/11, um im nach dem Vietnamkrieg kriegsmüden Amerika einen neuen Krieg rechtfertigen zu können. Da kein Iraker, sondern vor allem Saudis den Anschlag ausgeführt hatten, konnte man Irak nicht angreifen und wollte man Saudi-Arabien nicht angreifen: Dessen islamistische Monarchen die Vorherrschaft von US-Interessen zur Sicherung ihrer eigenen Macht in ihrem Land gegen Demokraten durch die USA akzeptiert. Man konnte Afghanistan vorwerfen, dass Al Kaida dort Basen unterhält, nachdem ihre Kämpfer aus aller Welt mit Hilfe der USA erst dorthin mobilisiert worden waren, um die Sowjetunion niederringen zu können.


Sie griffen also Afghanistan an, obwohl die Taliban bereit waren, über die Auslieferung Osama Bin Ladens zu verhandeln, wenn ihnen Beweise für seine Schuld an 9/11 vorgelegt werden. Das haben die USA nicht gemacht, sondern bombardiert.


Die Taliban wollen nur das Recht durchsetzen, dass die Afghanen ihr Land selbst gestalten können. Der IS und Al Kaida wollen die westliche Vorherrschaft über den Nahen und Mittleren Osten beenden.


Wenn wir wirklich ein Ende der Kriege wollen, sollten wir den Menschen der Region das Recht auf Selbstbestimmung - auch über ihre Ressourcen - zugestehen. Sie müssen dann selbst ihren Weg finden. Wir können Menschenrechte, Frauenrechte, Demokratisierung unterstützen. Sie aber nicht mehr aufzwingen wollen (auch als Vorwand für die Kontrolle der Rohstoffe).


Bei einer Befragung des Gallup-Instituts kam heraus, dass die Muslime in der Mehrheit die westlichen Werte und auch Frauenrechte gut finden. Sie sind aber auch überzeugt, dass der Westen gar nicht will, dass diese Werte bei ihnen durchgesetzt werden, weil er durch Zusammenarbeit mit korrupten Diktatoren sich die Reichtümer ihrer Länder an besten aneignen kann( siehe unten). Kennen die Muslime vielleicht den Westen besser als wir im Westen, der wir den westlichen Medien ausgesetzt sind, weil sie konkrete Erfahrungen haben? Die kleine Minderheit der Muslime, die Gewalt gegen den Westen rechtfertigt, tut das nicht wegen ihres Glaubens und des Koran, sondern weil sie glauben, sich anders als mit Gewalt gegen die Gewalt des Westens nicht wehren zu können.


Es gibt also in der muslimischen Welt Mehrheiten für eine demokratische Welt. Mit ihnen sollten wir zusammenarbeiten und aufhören, auf Krieg und Gewalt zu setzen, die diese Zusammenarbeit immer mehr erschweren.

Wolfgang Lieberknecht: Kampagne Fix our countries, Fix our world der Internationalen FriedenFabrik Wanfried (IFFW)


Am Sonntag, 29.8. 19 Uhr Brainstorming zum Aufbau der Kampagne: Kampagne Fix our countries, Fix our world. Link https://us02web.zoom.us/j/3216854044

mehr: https://www.internationale-friedensfabrik-wanfried.org/post/fix-the-world-how-can-we-ourselves-contribute-to-putting-our-countries-and-the-world-in-order



Gallup-Umfrage unter Muslimen

Was denken Muslime über den Westen?

Das Gallup-Institut beschäftigte sich sechs Jahre lang mit einer weltweiten Untersuchung zur Einstellung von Muslimen und kam zu erstaunlichen Ergebnissen: Die westliche und die muslimische Gesellschaft verbindet mehr als man vielleicht meinen könnte. Peter Philipp informiert.

https://de.qantara.de/inhalt/gallup-umfrage-unter-muslimen-was-denken-muslime-uber-den-westen

Mehrheit der Muslime bewundert westliche Werte

Veröffentlicht am 09.03.2008 | Lesedauer: 6 Minuten


Es war ein wissenschaftliches Großprojekt: 50.000 Interviews mit Muslimen aus meist islamischen Ländern. Der Einblick in ihre Gedankenwelt ergab: Sie glauben nicht, dass islamistische Extremisten ihre Probleme lösen. Stattdessen schätzen sie westliche Werte wie die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

https://www.welt.de/politik/article1779741/Mehrheit-der-Muslime-bewundert-westliche-Werte.html




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