So können wir "Kleinen Leute" helfen, Vertrauen zwischen Deutschen und Russen aufzubauen

1989 kam der russische Sänger Andrej Demtschenko mit einer der ersten Delegationen nach dem Ende des Kalten Krieges nach Deutschland. Er spricht sehr gut Deutsch und ist ein toller Sänger, auch von russischen Volksliedern.




Hier ist ein Video jüngster Konzerte, in denen er in Moskau gesungen hat, auf Facebook: https://www.facebook.com/100005251271762/videos/1632285133623180

https://www.facebook.com/100005251271762/videos/1625234120994948/

https://www.facebook.com/100005251271762/videos/1057192077799158

https://www.facebook.com/larissa.makarskaya/videos/1032959883547229

https://www.facebook.com/100005251271762/videos/1584631368388557


Ich berichtete als Journalist über den Besuch der Gruppe in der IG-Metall-Bildungsstätte Bad Orb. Andrej überbrachte uns eine Botschaft von Gorbatschow: Es reicht nicht, wenn er sich mit Kohl trifft. Für eine nachhaltige Aussöhnung sei es nötig, dass die „Kleinen Leute“ aus Deutschland und Russland sich kennen und schätzen lernen und feste Verbindungen aufbauen. Ich stimmte ihm zu und bat ihn, nach seiner Rückkehr nach Russland eine Stadt zu suchen, die Interesse hat, eine Partnerschaft mit einer deutschen Stadt aufzubauen. Er wohnte in Moskau und über Kontakte fand er die Stadt Istra – Wikipedia im Westen von Moskau. Wir bildeten im Main-Kinzig-Kreis und in Istra Freundschaftsinitiativen. Seither besuchen sich Gruppen, Schüler*innen, Feuerwehrleute, haben sich tausende von Menschen darüber persönlich kennen gelernt und Freundschaft geschlossen Aktuelles - ISTRA Initiative e.V. (istra-initiative.de). Auch ich war mehrfach in Istra und erlebte die Russen als herzliche Menschen.

Die Erfahrungen meines Vaters und Großvaters hatten mich gegenüber Russland sehr demütig gemacht: Beide waren an den Kriegen gegen Russland beteiligt: Heute wissen wir, den ersten Weltkrieg hat die deutsche Politik durch den Blankoscheck an Österreich-Ungarn zum Angriff auf Russland zumindest fahrlässig provoziert (1). Im Krieg wollte die deutsche Politik große Teile Russlands annektieren und zwang der russischen Regierung im Vertrag von Best-Litowsk (https://de.wikipedia.org/wiki/Friedensvertrag_von_Brest-Litowsk) die Abtretung der Gebiete anzuerkennen. Im Zweiten Weltkrieg führte die deutsche Regierung einen Angriffskrieg, geplant als Vernichtungskrieg der Sowjetunion (2). Weit über 20 Millionen Bürger*innen der Sowjetunion verloren durch diesen Krieg ihr Leben. Die deutsche Regierung handelte nach dem 25-Punkte-Programm der NSDAP: 3. Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses. (3)


Istra hatte die deutsche Armee erobert und griff von dort Moskau an. Am Ende war die Stadt in großen Teilen zerstört. Bei unserem ersten Besuch durften nur die deutschen Frauen in den Familien schlafen. Die Erinnerung an die Kriegsschrecken durch deutsche Männer veranlasste die Istraer dazu, uns Männer zunächst außerhalb der Stadt in einer Jugendherberge unterzubringen: Sie trauten uns nicht. Aber nach einigen Tagen war das Eis gebrochen und Männer und Frauen lagen sich in den Armen. Danke für das Vertrauen der Istraer.


Wir haben mit dieser „Völkerverständigung von Unten“ die neue Konfrontation nicht verhindern können. Die Regierungen des Westens und Deutschlands haben das Versprechen gebrochen, Russlands Sicherheitsinteressen zu respektieren und ein gemeinsames Sicherheitssystem aufzubauen. Sie haben Russland stattdessen eingekreist und versucht, es damit erpressen zu können. Wir haben dagegengehalten, wollten erreichen, dass unsere Regierungen die Versprechen einhalten und Russland als gleichberechtigten Partner behandeln. Wir treten immer noch dafür ein und wollen einen neuen Anlauf nehmen, das durchzusetzen. Am besten mit den Russen zusammen, die noch Vertrauen ins uns haben.

Jetzt, wo wir sehen, dass das nicht reicht, sollten wir nicht aufgeben, sondern mehr Menschen motivieren, diesen begonnenen Weg des Zusammenkommens als Kleine Leute einzuschlagen und auszubauen. Meinungsverschiedenheiten sollten offen ausdiskutiert werden, Informationen ausgetauscht und gemeinsam geprüft werden. Sie sollten uns nicht hindern, Freunde zu bleiben oder zu werden. Wir können so selbst dazu beitragen, Vertrauen zwischen den Völkern zu erhalten und weiter aufzubauen, das Falken, die aus Eigeninteresse oder altem Denken auf Konfrontation setzen, mit dem Aufbau von Feindbildern nicht mehr zerstören können.


https://www.youtube.com/watch?v=3zW5DJYg-zI


Wir Kleinen Leute sind in allen Ländern die Verlierer, wenn es Spannungen gibt, aufgerüstet wird oder es gar zu Kriege kommt. Wir hatten genug davon. Von der Internationalen FriedensFabrik Wanfried wollen wir dazu beitragen: Ich hoffe auch auf Andrej: Es wäre schön wenn er zu einem Friedenskonzert nach Deutschland kommen könnte und noch nicht das Vertrauen in uns in Deutschland verloren hat, obwohl wir nicht den Bruch des Versprechens verhindert haben, Russland nicht mit der NATO einzukreisen. Wir stehen zu diesem Versprechen und ringen um Mehrheiten, diese Politik zu verändern. Wenn Ihr das mit uns hinbekommen wollt und Andrej mit uns einladen wollt zu einer russisch-deutschen Friedens-Tournee, meldet Euch: info@internationale-friedensfabrik-wanfried.org. 05655-924981, 0176-43773328.


Unter der historischen Blankovollmacht oder dem Blankoscheck von 1914 versteht man das Bekunden des deutschen Kaisers Wilhelm II., „im Einklang mit seinen Bündnisverpflichtungen und seiner alten Freundschaft treu an der Seite Österreich-Ungarns [zu] stehen“ (aus: Telegramm des deutschen Reichskanzlers an die deutsche Botschaft in Wien, 5. Juli 1914).

Diese Vollmacht gab Österreich-Ungarn in der Julikrise die notwendige Rückendeckung für ein Ultimatum an Serbien. Die Blankovollmacht gilt als die letzte Voraussetzung für den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Mit dieser Vollmacht gab die deutsche Reichsregierung Wien grünes Licht für das Vorgehen gegen Serbien und drängte auf eine schnelle Aktion, „um den jetzigen für uns so günstigen Moment nicht unbenutzt zu lassen“, wie Kaiser Wilhelm meinte. Er glaubte nämlich, dass Russland noch nicht kriegsbereit sei, und man somit einen Zweifrontenkrieg verhindern könnte. Unterstellt man Deutschland zu diesem Zeitpunkt nicht den Willen zum „Großen Krieg“, wie es beispielsweise Fritz Fischer tat, könnte diese Blankovollmacht sogar den deutschen Glauben an eine Lokalisierbarkeit des Krieges widerspiegeln. Beispielsweise meint Volker Berghahn, dass der deutsche Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg diesen Blankoscheck nur für eine begrenzte Aktion auf dem Balkan ausstellte.[3] In diesem Fall hätte die Vollmacht eine Funktion der Abschreckung erfüllen können, indem sie Mächten, die Pläne gehabt haben könnten, Österreich-Ungarn aufgrund ihres Krieges mit Serbien anzugreifen, klarzumachen, dass sie in diesem Fall nicht nur Österreich-Ungarn als Gegner fürchten müssten, sondern eben auch Deutschland. Möglicherweise glaubte der Kaiser laut Berghahn zu diesem Zeitpunkt tatsächlich, dass er so den Krieg lokal begrenzen könnte – dass er eben auf dem Balkan ausgetragen würde – und dass so der große Krieg mit Russland, Frankreich und England vermieden werden könnte.[3]

1.https://de.wikipedia.org/wiki/Blankovollmacht

2 https://segu-geschichte.de/vernichtungskrieg/

Unternehmen Barbarossa (ursprünglich Fall Barbarossa) war der Deckname des nationalsozialistischen Regimes für den Überfall der Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 im Zweiten Weltkrieg. Er eröffnete den Deutsch-Sowjetischen Krieg.

Adolf Hitler hatte die Vernichtung des Bolschewismus 1925 zu einem ideologisch-politischen Hauptziel des Nationalsozialismus erklärt. Er hatte den Angriff auf die Sowjetunion nach dem Sieg über Frankreich im Juni 1940 ins Auge gefasst und seinen Entschluss dazu dem Oberkommando der Wehrmacht (OKW) am 31. Juli 1940 mitgeteilt. Am 18. Dezember 1940 erteilte er dem OKW die Weisung Nr. 21, um den Angriff unter dem genannten Codewort vorzubereiten.

Die darauf folgende Planung löste frühere Planstudien der Wehrmachtführung ab, die unter anderen Decknamen wie „Otto“ und „Fritz“ den Krieg gegen die Sowjetunion vorgesehen hatten. Sie zielte auf einen rassistischen Vernichtungskrieg zur Zerstörung des „jüdischen Bolschewismus“: Der gesamte europäische Teil der Sowjetunion sollte erobert, ihre politischen und militärischen Führungskräfte ermordet und große Teile der Zivilbevölkerung dezimiert und entrechtet werden. Mit dem Hungerplan, zu dem die Belagerung Leningrads gehörte, wurde der Hungertod vieler Millionen von Kriegsgefangenen und Zivilisten einkalkuliert, und nach dem „Generalplan Ost“ sollten großangelegte Vertreibungen folgen, um die eroberten Gebiete anschließend zu germanisieren. Außerdem wurden Einsatzgruppen aufgestellt und ausgebildet, die hinter der Front Massenmorde an Juden begehen sollten. Zu all dem erteilte das NS-Regime seit März 1941 völkerrechtswidrige Befehle, die die Wehrmachtführung ihrerseits übernahm und weitergab.

Die Verwirklichung dieses Kriegsplans scheiterte bereits in der Schlacht um Moskau im Dezember 1941. Dennoch setzten das NS-Regime und die Wehrmacht diesen Krieg und den zeitgleich vorangetriebenen Holocaust gegen Teile der Zivilbevölkerung bis zur bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945 fort.

https://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmen_Barbarossa

https://www.youtube.com/watch?v=e-TIcXJXO_Q

(3) http://www.kurt-bauer-geschichte.at/PDF_Lehrveranstaltung%202008_2009/04_25-Punkte-Programm.pdf.



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