Siemens-Energy-Chef für Gespräche: Wirtschaftliche Kriegs-Folgen betreffen nicht nur Nord Stream 2.

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch will den direkten Draht zu Russlands Präsident Putin aufrechterhalten: Für Anfang März sei ein Gespräch deutscher Wirtschaftsvertreter mit Putin geplant. Es gibt eine starke gegenseitige Abhängigkeit zwischen Deutschland und Russland im Energiebereich, die weit über die neue Pipeline hinausgeht.

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch plädiert dafür, zum jetzigen Zeitpunkt den Gesprächskanal zu Russland Präsident Wladimir Putin offenzuhalten. Eine militärische Eskalation werde wirtschaftliche Folgen haben, sagte Bruch bei der Vorlage der Quartalszahlen des Unternehmens. Im Vordergrund müsse die Lösung des politischen Konflikts stehen. Er sehe die Entwicklung mit großer Sorge.

Bruch sitzt auch im Vorstand des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft. Selbstverständlich werde Siemens immer im Rahmen der von der Politik gesetzten Rahmenbedingungen handeln, sagte der Chef des Energietechnikkonzerns mit Blick auf mögliche wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Für Anfang März sei ein Gespräch deutscher Wirtschaftsvertreter mit Putin geplant. Daran werde er nach jetzigem Stand teilnehmen. Er habe diese Gespräche stets als verblüffend offenes Format erlebt, sagt Bruch. Die deutsche Politik sei in diesen Dialog stets eingebunden. Es sei falsch, sich in der Diskussion über wirtschaftliche Folgen allein auf die Gaspipeline Nord Stream 2 zu fokussieren, kritisierte Bruch. Das sei zu eindimensional. Es gebe eine starke gegenseitige Abhängigkeit zwischen Deutschland und Russland im Energiebereich, die weit über die neue Pipeline hinausgehe. Siemens Energy mache Geschäfte sowohl in Russland als auch der Ukraine, mögliche wirtschaftliche Folgen des Konflikts seien für die Firma aber beherrschbar. Siemens Energy erzielt in Russland einen dreistelligen Millionen-Euro-Umsatz. Bereits in den vergangenen zwei bis drei Jahren habe sich gezeigt, dass russische Kunden stärker auf lokale Lieferanten setzen, sagte Bruch.

Ukraine-Konflikt: Siemens-Energy-Chef Christian Bruch für Gespräche mit Russland (msn.com)


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