Seit 1945 haben US-Amerikaner mit brutaler Machtpolitik viele progressive Regierungen gestürzt

Aktualisiert: 19. Dez. 2021

Die USA gelten als Garant für Demokratie und Menschenrechte. Doch für „Werte" einzutreten, ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der andern steht eine brutale Machtpolitik. Seit dem Zweiten Weltkrieg haben die Amerikaner weltweit zahlreiche Regierungen gestürzt. Vor allem fortschrittliche, auch demokratisch gewählte. Stets auf Kosten der Bevölkerung.

So geschehen etwa im Iran 1953, in Guatemala 1954 oder Chile 1973. 2003 marschierten sie mit ihren Verbündeten im Irak ein und präsentierten gefälschte Beweise als Kriegsgrund. Hunderttausende Iraker starben, das Land stürzte ins Chaos. Dennoch verfängt die amerikanische Mär vom selbstlosen Hegemon. Auch deswegen, weil unsere Medien die Unterteilung der Welt in Gut und Böse selten infrage stellen. Und viel zu oft mit zweierlei Maß messen, wie auch hiesige Politiker. Michael Lüders zeigt in seinem neuen Buch an konkreten Beispielen, wie leicht die Öffentlichkeit durch gezieltes Meinungsmanagement zu manipulieren ist. Gestern im Irak-Krieg, heute in der Konfrontation mit dem Iran, mit Russland und China. Doch die USA sind eine Weltmacht im Niedergang. Europa muss sich fragen, wie es seine Interessen in einer sich wandelnden Welt wahren kann. Wir können uns die Rolle als Juniorpartner Washingtons auf Dauer nicht mehr leisten. Eine Kooperation mit der Globus Stiftung. Referent: Michael Lüders ist Autor und Nahostexporte. Er hat zahlreiche Sachbücher und Romane geschrieben, zuletzt den Thriller „Die Spur der Schakale" über die Finanzindustrie. Der studierte Orientalist war langjähriger Nahost-Berichterstatter der „Zeit" und ist Präsident der Deutsch-Arabischen Gesellschaft in Nachfolge des verstorbenen Peter Scholl-Latour.


166 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen