"Schwarzer Adler": Fußballer schildern ihre Erfahrungen mit rassistischer Diskriminierung

In einer neuen Dokumentation sprechen schwarze deutsche Fussballer über ihre Rassismuserfahrungen. Gerald Asamoah wünscht sich im t-online-Interview, dass daraus ein echter Dialog entsteht.

Er wurde mit Deutschland Vizeweltmeister – und in Cottbus mit Bananen beworfen. Er lief über 270 Mal für den FC Schalke 04 auf – und wurde doch von einem Gegenspieler als «schwarzes Schwein» verunglimpft. Gerald Asamoah hat erlebt, dass jeder Schwarze in Deutschland zum Opfer von rassistischer Gewalt werden kann – selbst, wenn er als Profifussballer das Idol Hunderttausender Fans ist.


Damit ist Asamoah nicht allein. Im Dokumentarfilm «Schwarze Adler» sprechen neben Asamoah eine Vielzahl ehemaliger und aktiver schwarzer Fussballer – von Erwin Kostedde und Jimmy Hartwig bis hin zu Jordan Torunarigha und Jean-Manuel Mbom – über ihre Rassismuserfahrungen in Deutschland. Im t-online-Interview erklärt Asamoah seinen Antrieb, der ihn über den Schmerz sprechen lässt, weist auf den Einfluss und die Kraft der Sprache hin und kritisiert das fehlende Vertrauen in die Kompetenz Schwarzer.

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In den vergangenen Länderspielen standen Antonio Rüdiger, Leroy Sané und Serge Gnabry auf dem Platz. Als wie wichtig schätzen Sie diese Repräsentanz Schwarzer in der DFB-Nationalmannschaft ein?

Gerald Asamoah: Ihre schwarze Hautfarbe prägt Kinder sehr. Umso wichtiger ist es, dass sie schon in jungen Jahren Vorbilder in der Nationalmannschaft haben, an denen sie sich festhalten können. Es macht mich stolz, dass es immer mehr dieser Vorbilder im DFB-Team gibt. Dank ihnen können auch diese Kinder davon träumen, eines Tages für Deutschland spielen zu dürfen. Da wollen wir doch hinkommen: Dass sich Schwarze, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind, uneingeschränkt deutsch fühlen können und ihnen dieses Deutschsein nicht mehr nur aufgrund ihrer Hautfarbe abgesprochen wird.

Wie wichtig wäre für diese Entwicklung der erste schwarze DFB-Kapitän?

Ich habe überhaupt keine Bedenken, dass ich einen schwarzen DFB-Kapitän erleben werde. Mit Antonio Rüdiger und Leroy Sané hat die Nationalmannschaft zwei Leistungsträger, denen ich es durchaus zutraue, in den kommenden Jahren ein solches Standing zu entwickeln, dass sie auch die Binde übernehmen.

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