Schwarze und asiatische Menschen, die einer weißen Frau Geschenke wie Kakao und Zuckerrohr darbieten

Wegen rassistischer Abbildungen an der Kutschenseite soll das Gefährt laut Willem-Alexander bis auf weiteres aus dem Verkehr gezogen werden. Die Niederlande besetzten im 17. Jahrhundert große Gebiete im heutigen Indonesien, Südafrika, Curaçao und Neu-Guinea. Das Königreich war für den Handel von unzähligen Sklaven verantwortlich. Viele Niederländerinnen und Niederländer forderten in den vergangenen Jahren eine Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit. Im Vorjahr entschuldigte sich die Bürgermeisterin von Amsterdam offiziell für die Rolle der Stadt im Zusammenhang mit dem Sklavenhandel. Premierminister Mark Rutte hatte solch eine Entschuldigung im Namen der Nation abgelehnt.


Traditionell fährt das Königspaar im September zur Eröffnung des Parlaments in der "Gouden Koets", wie sie auf Niederländisch heißt. Doch nun wird sie noch länger ins Museum verbannt. Denn um die Kutsche ist bereits seit langem ein Streit entbrannt. Die einen sehen sie als Symbol der Monarchie, die anderen einen Gegenstand des Rassismus und der Unterdrückung. Denn an einer Seitenwand der Kutsche findet sich das Werk "Huldigung der Kolonien" des Künstlers Nicolaas van der Waay. Dieser wollte 1896 mit der Illustration zeigen, wie die Niederlande den Kolonien das Geschenk der "Zivilisation" brachten. Zu sehen sind mehrere schwarze und asiatische Menschen, die einer weißen Frau – den Niederlanden – Geschenke wie Kakao und Zuckerrohr darbieten. "Schatten der Vergangenheit" In einer Videobotschaft am Donnerstag sagte König Willem-Alexander, dass er verstehe, dass die Kutsche für viele Menschen beleidigend sei. Das Land müsse sich gemeinsam der rund 200-jährigen kolonialen Vergangenheit stellen. "Es gibt keinen Grund, das, was passiert ist, durch die heutige Brille zu betrachten und einfach zu verdammen", sagte der König. Es würde nicht reichen, historische Objekte einfach wegzusperren. Stattdessen müsste man tiefer gehen und sich Zeit nehmen, um den Rassismus aufzuarbeiten. "Solange es in den Niederlanden Menschen gibt, die täglich den Schmerz der Diskriminierung spüren, wird die Vergangenheit ihren Schatten über unsere Zeit legen", sagte der Monarch. Deshalb wird die Kutsche bis auf weiteres nicht zum Einsatz kommen.

Niederländischer König lässt künftig goldene Kutsche wegen rassistischer Abbildungen stehen - International - derStandard.de › International

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