Die extremistische Minderheit unter Muslimen bekämpft den Westen wegen seiner Gewalt-Außenpolitik

Lediglich 24 Prozent der Ägypter und Jordanier und gar nur 16 Prozent der Türken nehmen den USA das Eintreten für Demokratie in der islamischen Welt ab. 81 Prozent der befragten Radikalen (etwa sieben Prozent der Muslime) und 67 Prozent der politisch Gemäßigten sehen die USA als aggressive Macht. "Die Eigenschaften, die am häufigsten mit den USA verbunden werden, sind Rücksichtslosigkeit, wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt, Aggressivität (...) und moralische Dekadenz." "Die politisch radikalen Moslems gaben in nicht einem einzigen Fall religiöse Motive zur Rechtfertigung von Terror an, sondern politische: Amerika habe das für seinen Imperialismus verdient, und Ähnliches." Muslime wollen Meinungsfreiheit, aber keinesfalls eine aufgezwungene Demokratie wie sie von den USA propagiert wird.

Muslime verstehen die Außenpolitik westliche Staaten viel besser als Westler, weil sie sie erleiden: Wenn wir wirklich Menschenrechte und Demokratie fördern wollen und nicht die Ausbeutung der Länder im Auge haben, können wir mit den Mehrheiten in den muslimischen Ländern gut zusammenarbeiten: Sie schätzen Demokratie, Menschen- und auch Frauenrechte. Das ergab eine große Umfrage des Gallup-Instituts schon vor vielen Jahren. Das US-amerikanische Meinungsforschungsinstitut hat durch eine große Umfrage in den muslimischen Ländern untersucht, wie Muslime wirklich denken. Das hätte eigentlich seit zehn Jahren zu einer Korrektur der Berichterstattung der Medien und der Stellungnahmen der Politik führen müssen. Dass das nicht geschehen ist, bestätigt das Wissen, dass viele Muslime (und sicher auch andere Bewohner der "Entwicklungsländer) - so das Ergebnis der Meinungsumfrage - aus eigener Erfahren haben: Der Westen - und vor allem seine Führungsmacht - will gar keine Demokratie in ihren Ländern, weil er deren Rohstoffe am einfachsten durch die Zusammenarbeit mit korrupten Diktatoren ausbeuten kann. Wir im Westen haben es viel schwerer, das zu durchschauen, weil wir die Außenpolitik der NATO-Ländern nicht persönlich erleben und erleiden. Wir erfahren sie durch Medien und Politikerstellungnahmen und die sind eigeninteressengeleitet oder von nicht ausreichender Kenntnis geprägt. Es ist dringlich die westliche Außenpolitik wirklich an der UNO-Charta und der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte zu orientieren, in denen die westlichen Werte vereinbart wurden, und sich nicht ständig gegenüber anderen Völkern zu brechen: Das ist der Boden für gute Beziehungen zur muslimischen Welt und den Muslimen. Es würden den Extremisten den Boden entziehen. Engagieren wir uns dafür, bevor die Gewaltspirale noch mehr Menschenleben fordert.


Hier zu den Ergebnisse der Umfragen und Auszügen aus Artikeln dazu:


aus der Süddeutschen Zeitung:

Lediglich sieben Prozent der Muslime können laut Gallup als "politisch radikalisiert" eingestuft werden, sie rechtfertigten die Terroranschläge vom 11. September. Dagegen seien 93 Prozent "politisch moderat".

Insgesamt wurden für das Projekt in den vergangenen Jahren 50.000 Muslime in über 35 überwiegend islamischen Ländern befragt, laut Gallup eine der umfangreichsten Studien, die je in der islamischen Welt gemacht wurden - die Ergebnisse stellen reihenweise gewohnte Denkmuster infrage.

US-Präsident Bush hat immer wieder betont, islamische Extremisten verachteten westliche Demokratie und Freiheit - doch eine großangelegte Studie des US-Forschungsinstituts Gallup legt nahe, dass das Gegenteil der Fall ist. "Die Sympathisanten des Terrorismus hassen nicht unsere Freiheit, sie wollen unsere Freiheit", bilanziert Gallup-Mitarbeiterin Dalia Mogahed.

"Im Gegensatz zur verbreiteten Annahme, dass Extremisten anti-demokratisch eingestellt seien" betonten 50 Prozent von ihnen, dass sie mehr "politische Demokratie" befürworten. Mehr noch: Befragt, was sie am Westen am meisten bewundern, nannten die politisch Radikalen an erster Stelle "Technologie" - bereits an zweiter Stelle "das westliche Wertesystem", gefolgt von einem "fairen politischen System, Demokratie und Menschenrechten".

Lediglich 24 Prozent der Ägypter und Jordanier und gar nur 16 Prozent der Türken nehmen den USA das Eintreten für Demokratie in der islamischen Welt ab.

"Obwohl es selten Demokratie gibt in muslimischen Ländern, schätzen viele Muslime eine Reihe demokratischer Prinzipien", heißt die Bilanz der Autoren John L. Esposito und Mogahed. "Im Allgemeinen sehen Muslime keinen Gegensatz zwischen demokratischen Werten und religiösen Prinzipien." Immer wieder betonen die Befragten den Wert des Islam für ihre Gesellschaft. Esposito meint: Die Muslime strebten zwar Freiheit und Demokratie an, "aber keine von den USA definierte und aufgezwungene Demokratie."

Ein weiteres für Laien unerwartetes Ergebnis: 85 Prozent aller Befragten im Iran, 90 Prozent in Indonesien und 61 Prozent in Saudi-Arabien treten für die gleichen Rechte für Männer und Frauen ein - in der Wirklichkeit dieser Länder ist es um die Stellung der Frau allerdings weniger gut bestellt.

81 Prozent der befragten Radikalen und 67 Prozent der politisch Gemäßigten sehen die USA als aggressive Macht. Zum Vergleich: Nur neun Prozent der Radikalen schätzten etwa Deutschland derart ein. "Die Eigenschaften, die am häufigsten mit den USA verbunden werden, sind Rücksichtslosigkeit, wissenschaftlicher und technologischer Fortschritt, Aggressivität (...) und moralische Dekadenz."

https://www.sueddeutsche.de/politik/umfrage-in-muslimischen-laendern-was-denken-muslime-wirklich-1.274224

aus der Welt: Was eine Milliarde Muslime wirklich denken

Laut Gallup können sieben Prozent der Muslime weltweit, also etwa 91 Millionen Menschen, als "politisch radikalisiert" eingestuft werden. "Politisch radikalisiert" heißt in diesem Zusammenhang, dass sie die Terroranschläge vom 11. September 2001 in den USA rechtfertigen.

"Die politisch radikalen Moslems gaben in nicht einem einzigen Fall religiöse Motive zur Rechtfertigung von Terror an, sondern politische: Amerika habe das für seinen Imperialismus verdient, und Ähnliches."

Die überwiegende Mehrheit von 93 Prozent sei dagegen "politisch moderat" und lehne den Verlust von unschuldigen Menschenleben ab. Ungeklärt ist, was unter "unschuldigen" Menschenleben zu verstehen ist.

Mogahed zitiert weiter aus der Gallup-Umfrage: "Was die Muslime am Westen besonders stört, ist die Wahrnehmung, dass ihr Glaube und die Gläubigen nicht respektiert werden. Was also sollte der Westen tun? Die häufigste Antwort: Hört endlich auf, auf Muslime herabzusehen."

"Wir haben nun aufgezeigt, dass Muslime keinesfalls die Demokratie hassen. Sie wollen weder einen islamischen Gottesstaat noch einen laizistischen Staat. Die Mehrheit wünscht sich ein demokratisches System, bei dem auf religiöse Werte geachtet wird. Muslime wollen Meinungsfreiheit, aber keinesfalls eine aufgezwungene Demokratie wie sie von den USA propagiert wird."

https://www.welt.de/politik/article1758035/Was-eine-Milliarde-Muslime-wirklich-denken.html


Was Muslime wirklich denken - Eine Studie will Antworten finden

Die Medienberichterstattung über die islamische Welt wird in aller Regel von Extremisten und Terroristen dominiert. Wie aber steht die schweigende Mehrheit der Muslime in aller Welt dem Westen gegenüber, welche Hoffnungen, Ängste und Erwartungen hegt sie? Um dies genauer zu beleuchten, haben der amerikanische Islamwissenschaftler John Esposito und Dalia Mogahed vom Meinungsforschungsinsitut Gallup mehr als 50000 Interviews mit Muslimen aus 35 Ländern ausgewertet. Diese Umfrage ist damit die bislang Umfangreichste ihrer Art. Die Ergebnisse werden am 8.März in dem Buch "Who Speaks for Islam? What a Billion Muslims Really Think" veröffentlicht. Die wichtigste Erkenntnis lautet Esposito und Mogahed zufolge: Ein Konflikt zwischen westlichen und muslimischen Gesellschaften ist alles andere unvermeidbar. Der Streit entzündet sich eher an der Realpolitik als an Prinzipien. Muslime und Amerikaner lehnen Gewalt gegen Zivilisten gleichermaßen als moralisch ungerechtfertigt ab. Nur 7% der Muslime halten demnach die Anschläge vom 11.September für gerechtfertigt - aber auch das sind immer noch mehr als 90 Millionen Menschen. Die Studie belegt zudem, dass die Mehrheit der jungen Muslime nicht davon träumt in den Krieg zu ziehen sondern Arbeit zu finden. "Sie träumen von Jobs und Sicherheit nicht von Konflikten und Gewalt.", so die beiden Wissenschaftler. Die Mehrheit der befragten Muslime, die etwa 90% der islamischen Weltbevölkerung repräsentieren, wünscht sich eine Gesellschaft die auf islamischen Werten beruht und in der die Scharia eine der Quellen des Rechts bildet. Gleichzeitig würden sie das Recht auf freie Meinungsäußerung gesetzlich festschreiben und eine Einmischung religiöser Würdenträger in die Politik verhindern wollen. Menschenrechte und Religion schließen sich nach Ansicht der Muslime nicht gegenseitig aus. Gefragt nach den Eigenschaften, die sie an den westlichen Gesellschaften am wenigsten schätzen, gab eine Mehrheit der Muslime einen Verfall der Moral und traditioneller Werte an - die gleiche Antwort gab eine Mehrheit der Amerikaner in der letzten Gallup World Poll. Am meisten bewundert werden der Stand der Technik und die Demokratie im Westen - auch hier gaben die US-Bürger exakt die gleichen Antworten. Um die Beziehungen zur islamischen Welt zu verbessern, sollten nach Ansicht der Umfragteilnehmer die westlichen Gesellschaften ihr Bild vom Islam und ihre Außenpolitik gegenüber den muslimischen Ländern überdenken.

https://www.disorient.de/magazin/was-muslime-wirklich-denken-eine-studie-will-antworten-finden


Gallup-Umfrage unter Muslimen

Was denken Muslime über den Westen?

Das Gallup-Institut beschäftigte sich sechs Jahre lang mit einer weltweiten Untersuchung zur Einstellung von Muslimen und kam zu erstaunlichen Ergebnissen: Die westliche und die muslimische Gesellschaft verbindet mehr als man vielleicht meinen könnte. Peter Philipp informiert.

Die Gallup-Umfrage widerlegt viele Klischees über Muslime: Das Demokratieprinzip wird geschätzt und Musliminnen können durchaus ihren Glauben mit Freiheit vereinen. ​​In einem wahren Jahrhundert-Projekt hat sich das Washingtoner Gallup-Institut vorgenommen, die umfassendste Befragung der Menschheit ("Gallup World Poll") durchzuführen, die je vorgenommen wurde. Ziel dieser Umfragen ist es, "den Menschen die Gelegenheit zu geben, gehört zu werden" und auch politischen Entscheidungsträgern ein Instrument an die Hand zu geben, die Menschen besser zu verstehen. Seit dem 11. September 2001 sah man bei Gallup besondere Dringlichkeit in der Erforschung von Meinungen in der muslimischen Welt, und man begann noch im selben Jahr mit Umfragen in neun muslimischen Ländern. Es ist das erste Mal, dass solche Befragungen zu sozialen, religiösen und politischen Themen in muslimischen Ländern durchgeführt wurden. Inzwischen ist die Umfrage im Rahmen des "World Poll" auf über 40 muslimische Staaten und Staaten mit muslimischer Minderheit ausgeweitet worden. Die ersten Ergebnisse sind in einem 500-Seiten-Werk enthalten, das am 8. März in Washington veröffentlicht wurde.

Theokratie und Demokratie Dalia Mogahed, Projektleiterin bei Gallup, ist stolz auf diese ersten Ergebnisse, weil sie doch einiges widerlegen, was bisher landläufige Meinung im Westen über Muslime war – etwa, dass Muslime gegen Demokratie eingestellt seien: "Nach unserer Untersuchung wissen Muslime in aller Welt die grundlegenden Prinzipien der Demokratie zu schätzen, wie Rechtsstaatlichkeit, Transparenz und eine verständnisvolle und engagierte Regierung", berichtet Mogahed. Die Muslime wären ebenfalls davon überzeugt, dass die Rolle religiöser Prinzipien wichtig sei bei der Gestaltung dieser Demokratie. Sie wollten daher weder eine gänzlich säkulare Demokratie noch eine Theokratie, so Mogahed. Es gebe auch keinen Widerspruch zwischen Islam und Demokratie. Zumindest sei dies aus den Antworten der Befragten nicht herauszuhören, die durchweg auch kritisch gegenüber ihrem eigenen System eingestellt waren und daher nicht unter Druck standen, "nur systemkonforme Antworten" zu geben. Auf die Frage, ob die Mehrheit der Muslime daran denke, dass der Islam mit der Demokratie nicht kompatibel sei, antwortet Mogahed: "Es gibt sicher Dinge, die einen das glauben machen könnten, denn viele Muslime leben nicht in einer Demokratie. Wir finden aber, dass die öffentliche Meinung durchaus für Demokratie eingestellt ist. Und dass da etwas anderes verhindert, dass die Demokratie der Region zu blühen beginnt. Nicht, dass die Leute nicht daran glauben oder es nicht wollen, sondern dass da andere Kräfte mitspielen." Glaube und Freiheit bei Musliminnen Nicht viel anders sei es hinsichtlich der Einschätzung der Rolle der Frau im Islam, meint Dalia Mogahed. Auch hier seien viele Klischees verbreitet, die sich aber nicht mit der Realität im muslimischen Alltag decken: "Es scheint ein tiefes Missverständnis in beiden Richtungen zu geben, wenn es um die Rolle der Frau geht. Viele im Westen – besonders in den USA und in Europa – sagen, dass sie ihr größtes Problem damit haben, den Status der Frauen im Islam zu verstehen. Wenn wir aber Frauen in muslimischen Gemeinden selbst fragten, dann fanden wir heraus, dass ihr Glaube ein wichtiger Teil ihres Leben war." Viele Frauen erachteten ihren Glauben als persönlich wichtig und als Schlüssel zum Fortschritt in ihrer Gesellschaft. Sie schätzten ihren Glauben, gleichzeitig aber auch die Gleichberechtigung, das heißt das Wahlrecht, das Recht auf Bildung, Arbeit etc. Und sie sahen keinen Widerspruch zwischen ihrem Gauben und ihrer Freiheit, berichtet Mogahed. Interessant sei, dass sich zum Beispiel in Ägypten die Mehrheit der gebildeten Frauen religiös orientiere in der Religion eher Unterstützung gefunden hätten, wohingegen in der Türkei die Religion lange als etwas Rückständisches verdrängt worden sei. Nachdem die Türkei sich nun aber rasch modernisiere und demokratisiere, werde dort zum Beispiel das Kopftuch von Frauen als Ausdruck ihrer persönlichen Freiheit betrachtet. Auch ihrer Freiheit zur religiösen Entfaltung.

Gemeinsamkeiten USA und Iran Eine Umfrage unter Muslimen wäre unvollständig, wenn man den Iran ausließe, der seit Jahrzehnten mit dem Modell der "Islamischen Republik" neue Maßstäbe zu setzen versucht: "Es gibt eine erstaunliche Ähnlichkeit was die Meinung im Iran und in den USA betrifft", meint Mogahed. "Wir haben zum Beispiel herausgefunden, dass Iraner – genau wie Amerikaner – glaubten, dass religiöse Führer keine direkte Rolle bei der Gesetzgebung spielen sollten. In beiden Bevölkerungen finden wir aber auch, dass eine Mehrheit religiösen Prinzipien eine Rolle bei der Unterrichtung der Legislative zugesteht." In den USA glauben 57 Prozent, dass die Bibel eine Grundlage der Gesetzgebung sein sollte. Neun Prozent davon glauben, dass sie die einzige Grundlage sein sollte. Ähnlich glaubt im Iran ein Mehrheit, dass die Scharia eine Quelle der Gesetzgebung sein sollte, wenn auch nicht die einzige. "Wir fanden auch heraus, dass eine ähnlich hohe Prozentzahl sagt, dass Religion eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt", so Mogahed. "67 Prozent sind es bei den Amerikanern und 73 Prozent bei den Iranern. Und dennoch unterscheiden sich diese Zahlen von Europa, wo nur etwa ein Drittel der Menschen sagt, dass Religion eine wichtige Rolle in ihrem Leben spielt."

Starke Identifizierung mit der Wahlheimat Die Gallup-Untersuchung hat für Europa auch aus einem anderen Grund eine besondere Bedeutung. Die Umfrageergebnisse widerlegen die weit verbreitete Ansicht, was seit einiger Zeit – nach einer Reihe von Zwischenfällen – immer häufiger und lautstärker argumentiert wird, nämlich, dass Muslime dazu neigen, sich in einer "Parallelgesellschaft" abzukapseln. Dalia Mogahed hält diesbezüglich fest: "Wir haben uns die muslimische Minderheitsmeinung in Paris, London und Paris angesehen und die Meinung der Muslime in diesen drei Hauptstädten mit der generellen Haltung in den drei Ländern verglichen. In allen drei Hauptstädten war vielleicht das wichtigste Ergebnis, dass Muslime eine genau so starke Identifizierung mit ihrem Land – also Großbritannien, Frankreich und Deutschland – hatten, wie die breite Öffentlichkeit. Gleichzeitig identifizierten sie sich aber auch stark mit ihrem Glauben und ihre religiösen wie nationale Identität schlossen einander nicht aus." Qantara.de Islam und Demokratie Die Herausforderung des Islamismus Überall gewinnen die Islamisten an Einfluss. Um der Welt eine wirkliche Alternative zu bieten, müssen sie beweisen, dass sie die demokratischen Grundprinzipien respektieren, schreibt Ammar Ali Hassan. Studie zur Gewaltbereitschaft von Muslimen in Deutschland Deutsche Muslime nicht radikaler als Nichtmuslime 14 Prozent der Muslime akzeptieren Gewalt und Demokratiefeindlichkeit, so eine Studie des Bundesinnenministers. Die Ergebnisse unterscheiden sich kaum von Untersuchungen über Einstellungen von Nichtmuslimen Islamismus-Debatte Gottes Gegenkultur Islamistische Gruppierungen sind aus dem politischen Diskurs in vielen muslimischen Ländern nicht mehr wegzudenken. Aber was ist der Islamismus überhaupt? Ist er mehr als ein Fanatismus der Verlierer? Und wie soll der Westen mit den "moderaten Islamisten" umgehen? Antworten von Sonja Zekri www Hier geht es zur englischen Homepage des Gallup-Instituts.


Das sind Untersuchungen über die Einstellung von Muslimen in Deutschland:

Der Islam ist keine Bedrohung für unsere Gesellschaft

Kommunikations- und Sozialwissenschaftler legen Studienergebnisse zur Einstellung der Deutschen zum Islam vor

https://www4.uni-jena.de/Forschungsmeldungen/FM151120_Islam.html



Foto: Foto: Jan-Peter KasperDie heilige Schrift des Islam. Die Deutschen haben zu dieser Religion und den hier lebenden Muslimen eine überwiegend positive Einstellung, so das Ergebnis der aktuellen Studie. [DOWNLOAD]

Der Schock sitzt tief: Islamistische Terroristen haben am vergangenen Wochenende in Paris mehrere Veranstaltungen und Vergnügungsorte angegriffen und weit mehr als einhundert Menschen getötet. Schon kurze Zeit nach den Anschlägen wurden erste Stimmen laut, die aktuelle Flüchtlingspolitik zu überdenken und die Einwanderung der vorwiegend muslimischen Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten des Nahen Ostens nach Europa zu stoppen. Aber auch bereits vor den Anschlägen von Paris gingen vor allem in Ostdeutschland regelmäßig Anhänger der Pegida auf die Straße, um gegen die vermeintliche Unterwanderung unserer Gesellschaft durch den Islam zu demonstrieren. Leben die Menschen in Deutschland also in Angst vor dem Islam? Nein, keineswegs; zumindest nicht bis zum September 2015. Das haben Kommunikationswissenschaftler und Psychologen der Friedrich-Schiller-Universität Jena in einer aktuellen Studie ermittelt. Die Einstellung der Deutschen zum Islam und den hier lebenden Muslimen ist überwiegend positiv. Demnach stimmt lediglich jeder vierte im Rahmen der Studie Befragte der Aussage zu "Der Islam ist eine Bedrohung für unsere Gesellschaft". Zwei Drittel lehnen diese Aussage dagegen ab. Etwa ein Fünftel der Befragten meinen, es gebe zu viele Muslime in Deutschland, während 65 Prozent eine solche Sichtweise überhaupt nicht teilen. Nur knapp 17 Prozent der Befragten verknüpfen den Islam generell mit dem Terrorismus. Weniger Vorurteile als erwartet "Damit sind Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen weit weniger verbreitet, als wir erwartet haben", resümiert Wolfgang Frindte, Professor für Kommunikationspsychologie der Uni Jena und Leiter der vorliegenden Studie. Insgesamt, so macht Frindte deutlich, finden sich in den neuen Bundesländern aber wesentlich häufiger Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen als im Westen der Republik. Während in den alten Bundesländern knapp 21 Prozent starke Vorurteile gegenüber dem Islam äußern, zeigen im Osten Deutschlands 34 Prozent der Befragten ausgeprägte Vorurteile gegenüber dem Islam. In den alten Bundesländern gibt etwa jeder Neunte an, sich vor dem Islam zu ängstigen - in den neuen Bundesländern sagt das fast jeder Vierte. "Vor allem Männer und Personen in der Altersgruppe 50 bis 59 mit mittlerem und höherem Monatseinkommen pflegen Vorurteile", nennt Dr. Nicole Haußecker aus Frindtes Team ein weiteres Ergebnis. Auffällig sei zudem, je mehr Migranten in einer Region lebten, umso positiver fallen die Einstellungen zu Muslimen aus. Die häufig zitierte "Angst vor dem Unbekannten" scheine also auch bei der Einstellung zum Islam maßgeblich zu sein, so Haußecker. Mediennutzung beeinflusst Einstellung zum Islam Darüber hinaus haben die Forscher ermittelt, dass auch die Mediennutzung eine wichtige Rolle spielt. So beurteilen Personen, die vorwiegend Privatfernsehen zur Information nutzen, Muslime negativer als Zuschauer öffentlich-rechtlicher Programme. Auch Menschen, die sich vorrangig über die regionalen dritten Programme informieren, beurteilen den Islam und die Muslime negativer als andere. Personen mit ausgeprägten Vorurteilen gegenüber dem Islam und den Muslimen sind, zudem häufiger unter denjenigen zu finden, die sich vorwiegend über soziale Medien wie Internet-Blogs informieren. Im politischen Parteienspektrum sind Vorurteile gegenüber dem Islam und den Muslimen, aber auch die Angst vor dem Islam, bei den Anhängern von NPD und AfD am weitesten verbreitet. Bei den Anhängern von Bündnis 90/Die Grünen, der LINKEN und der SPD sind sowohl die Vorurteile als auch die Angst gegenüber dem Islam am geringsten ausgeprägt. Rund 1.000 Menschen in ganz Deutschland befragt Für ihre Untersuchung haben die Forscherinnen und Forscher der Uni Jena im Sommer 2015 knapp 1.000 Menschen im Alter von 15 bis 85 Jahren in ganz Deutschland befragt. Anders als in bisherigen Studien wurden den befragten Personen dabei jedoch nicht nur wenige Aussagen über den Islam und die Muslime vorgelegt, sondern sehr umfangreiche Fragebatterien eingesetzt. Der Fragebogen umfasste mehr als 80 Fragen. "Die Ergebnisse müssen mit Vorsicht interpretiert werden", betont Studienleiter Frindte. Sie erheben nicht den Anspruch, repräsentativ zu sein. "Die geäußerten Einstellungen hängen außerdem von vielen verschiedenen Aspekten ab und ändern sich, wie die aktuellen Ereignisse zeigen, auch relativ schnell wieder." Um Langzeiteffekte feststellen zu können, sei bereits eine weitere Befragung geplant. Kontakt: Prof. Dr. Wolfgang Frindte, Dr. Nicole Haußecker, Nico Dietrich Institut für Kommunikationswissenschaft der Friedrich-Schiller-Universität Jena Ernst-Abbe-Platz 8, 07743 Jena Tel.: 03641 / 945280, 945281, 945279 E-Mail: wolfgang.frindte@uni-jena.de; Nicole.Haussecker@uni-jena.de, nico.dietrich@uni-jena.de


https://www.phil-fak.uni-duesseldorf.de/fileadmin/Redaktion/Institute/Sozialwissenschaften/BF/Lehre/SoSe_2015/Islam/Lebenswelten_junger_Muslime.pdf



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