Rüstungsboom trotz Corona-Krise: Staaten verschwenden 2020 fast 2000 Milliarden Dollar für Militär

So viel Geld wurde seit 1988 nicht mehr für das Militär ausgegeben. Und da herrschte noch der Kalte Krieg: 1981 Milliarden US-Dollar haben die Staaten der Welt 2020 in Raketen, Panzer, Munition und ihre Soldaten investiert. Das entspricht einer Steigerung von 2,6 Prozent zum Vorjahr. Und das trotz der Corona-Pandemie, deren Bekämpfung die Wirtschaftskraft erheblich hat einbrechen lassen.

Das Internationale Friedensforschungsinstitut in Stockholm (SIPRI) stellt in seinem jüngsten Jahresbericht fest, dass die Ausgaben für Rüstung weltweit derzeit bei 2,4 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung liegen, obwohl nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds die Wirtschaft wegen der Corona-Krise weltweit um rund 3,3 Prozent schrumpfte.



An Rüstung wird auch in der Pandemie nicht gespart

Nur wenige Länder wie zum Beispiel Chile oder Südkorea haben Rüstungsausgaben zugunsten der Pandemie-Bekämpfung anders zugewiesen. Brasilien und auch Russland haben ihre Militärbudgets ein wenig zurückgeschraubt - im Vergleich zu den vorherigen Planungen. Russland zum Beispiel um 6,6 Prozent.

Ganz allgemein könne man feststellen, so SIPRI-Expertin Alexandra Marksteiner gegenüber der DW, "dass die Pandemie keinen bemerkenswerten Einfluss auf die weltweiten Rüstungsausgaben 2020 gehabt hat. Die Militärausgaben sind angestiegen, mitten in einem wirtschaftlichen Niedergang".

Aber auch Deutschland hat seine Militärausgaben erhöht und sich unter den "Top Ten" der größten Ausgabenationen sogar noch um einen Platz "verbessert": von Rang acht auf Rang sieben. Nach den Berechnungen von SIPRI hat Deutschland 2020 knapp 53 Milliarden Dollar in sein Militär gesteckt - rund 1,4 Prozent seines Bruttoinlandsproduktes.

Insgesamt stehen die NATO-Länder inklusive der USA weiterhin für rund die Hälfte der globalen Militärausgaben.

Fast alle 30 NATO-Mitgliedsländer, so berichtet das SIPRI, haben ihre Militärausgaben 2020 gesteigert. Die Corona-Pandemie führt in diesem Zusammenhang zu einem kuriosen Phänomen: Corona-bedingt sank das Bruttoinlandsprodukt der meisten Staaten; gleichzeitig blieben aber die Militärbudgets unverändert.

SIPRI: Globaler Rüstungsboom - trotz Corona-Krise | Welt | DW | 26.04.2021

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