Professor Moshe Zuckermann: Israel will keinen Frieden - Gaza ist seit 15 Jahren eingeschnürt

Fritz Edlinger, Wien, Zeitschrift International: "In unserem neusten Video (es findet zum ersten Jahrestag der aktuellen israelischen Regierung und 15 Jahre nach Beginn des unmenschlichen Boykotts Israels gegen Gaza statt) führe ich ein ausführliches Gespräch mit Prof. Moshe Zuckermann über die Situation in Israel, den israelisch-palästinensischen Konflikt sowie die global immer stärker werdende Position Israels. Die zentrale Aussage Zuckermanns ("Israel will keinen Frieden") mag für viele westliche Politiker, Journalisten und sonstige Personen provokant klingen, sie steht ja auch in eklatantem Gegensatz zu der hierorts verbreiteten Ansicht, Zuckermann erläutert in dem Gespräch aber ausführlich seine Einschätzung. Israel ist - wie dies ja bereits durch zahlreiche Analysen, zuletzt jene von Amnesty International, untermauert worden ist, ein undemokratischer Apartheidstaat. Die politische Einstellung der israelischen Mehrheitsbevölkerung hat sich im Laufe der vergangenen Jahre immer weiter nach rechts gewandet, aus seiner Sicht sieht Zuckermann auch keinen essentiellen politischen Unterschied zwischen der aktuellen Achtparteienregierung und den von Benjamin Netanjahu geführten Vorgängerregierungen. Führende Mitglieder der gegenwärtigen Regierung vertreten sogar Positionen, die deutlich radikaler als jene von Netanjahu sind. Eine Abwahl dieser Regierung würde kaum eine wesentliche Veränderung der israelischen Politik bedeuten.


Zur internationalen Position Israels ist zu sagen, dass Israel inzwischen ein wichtiger Teil der von den USA geführten Allianz westlicher Staaten geworden ist. Das noch von Donald Trump initiierte Abrahams Übereinkommen, dem sich leider auch einige wichtige arabische Staaten angeschlossen haben, ist Ausdruck dieser geopolitischen Interessensgruppe. Die Palästinenser sind nicht das einzige Opfer dieses Deals, aber zweifellos das wichtigste.


Die europäische Haltung zu Israel bzw. zum israelisch-palästinensischen Konflikt bezeichnet Zuckermann als absolut nicht neutral, die besondere Haltung Deutschlands und Österreichs findet er unverantwortlich.


Ein wichtiges Gespräch, das zahlreiche in Europa vorhandene falsche Vorstellungen korrigiert.

Mit besten Grüßen! Fritz Edlinger

Herausgeber und Chefredakteur



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