Militärische Einkreisung zur Sicherung von US-Vorherrschaft: China und Russland rücken zusammen

In den vergangenen Jahren sind Russland und China Stück für Stück enger zusammengerückt. Beide Länder halten regelmäßige Militärmanöver ab, außerdem intensivieren sie kontinuierlich ihre Wirtschaftsbeziehungen. Der bilaterale Handel stieg im vergangenen Jahr um 35 Prozent auf 140 Milliarden Dollar. Um sich vom amerikanischen Dollar unabhängiger zu machen, wickeln Russland und China einen großen Teil des Handels in eigener Währung ab.

Für Russland ist das energiehungrige China ein bedeutender Abnehmer von Erdgas. Seit 2019 wird über die Pipeline «Kraft Sibiriens» russisches Gas nach China gepumpt. Derzeit verhandeln die beiden Länder über eine zweite Pipeline, die durch die Mongolei verlaufen und Gas in den industriellen Osten Chinas liefern soll. Das Gas dafür soll, wenn die Röhre eines Tages fertiggestellt ist, aus Feldern kommen, aus denen Russland gegenwärtig auch Europa beliefert.



Auszüge aus der NZZ:

Die zunehmende Isolation Russlands und Chinas durch den Westen lässt die beiden Staaten zusammenrücken. In einer gemeinsamen Erklärung unterstützten sich Russland und China gegenseitig bei Themen, die der jeweils anderen Seite wichtig sind. So sprach sich Peking in Moskaus Sinne gegen eine Erweiterung der Nato in Osteuropa aus. Die Ukraine wurde zwar in der Erklärung nicht erwähnt, doch es ist offensichtlich, dass sich die Formulierung, dass sich die Nato von Konzepten des Kalten Krieges verabschieden solle, auf die aktuelle Situation bezieht. Putin stärkte seinerseits Xi in Ostasien den Rücken. So bekannte sich Moskau ausdrücklich zur Ein-China-Politik und dazu, dass Taiwan ein «unteilbarer Teil Chinas» sei. Die beiden Länder verurteilten das trilaterale Sicherheitsabkommen Aukus zwischen den USA, Australien und Grossbritannien, das auf die Einhegung Chinas ausgelegt ist.


In einer langen Passage versprachen Russland und China die universellen Menschenrechte hochzuhalten.


Im Anschluss an das Treffen sagte Xi gemäss der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua, das Treffen werde für «mehr Vitalität in den chinesisch-russischen Beziehungen» sorgen. Mit Blick auf die komplexen Veränderungen der internationalen Lage wollten beide Länder die strategische Koordination vertiefen.


Peking macht sich für eine friedliche Lösung der Ukraine-Krise stark, stärkt allerdings der russischen Regierung im Konflikt mit Europa und den USA demonstrativ den Rücken.


Xi und Putin verbinde eine enge Freundschaft, die nicht gespielt sei, berichten Beobachter in Peking. Seit Xi im Jahr 2013 in China das Ruder übernahm, haben sich die beiden Staatschefs mehr als 30 Mal getroffen. Die staatliche chinesische Tageszeitung «Global Times» berichtet von gemeinsamen Geburtstagsfeiern und Treffen bei Kaviar, Wodka und russischer Glace. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichte am Donnerstag einen langen, von Putin gezeichneten Artikel, in dem dieser die «jahrhundertelange Tradition der Freundschaft und des Vertrauens» der beiden Länder beschwört.


Doch die von Putin und Xi stets beschworene Freundschaft hat zumindest auf chinesischer Seite klare Grenzen. China würde beispielsweise nicht die nach der Eroberung der Krim im Jahr 2014 verhängten Uno-Sanktionen gegen Russland unterlaufen. Stattdessen versuchte die chinesische Regierung im Uno-Sicherheitsrat auf eine möglichst starke Abmilderung der Sanktionen hinzuwirken.


Trotz der Annäherung in den vergangenen Jahren bleibt das russisch-chinesische Verhältnis ein Zweckbündnis. Viele in Russland, vor allem auch Wirtschaftsvertreter, fühlen sich europäisch. In den russisch-chinesischen Grenzregionen blicken viele Chinesinnen und Chinesen auf Russland herab. Die Russen ihrerseits fürchten sich vor der chinesischen Dominanz, vor allem der wirtschaftlichen. Die Wirtschaftsleistung Russlands entspricht ziemlich genau derjenigen der chinesischen Provinz Guangdong. Dass Guangdong die wirtschaftsstärkste Provinz Chinas ist, dürfte für die Russen ein schwacher Trost sein.

Russland und China nutzen Olympia als Bühne der Freundschaft (nzz.ch)

112 Ansichten0 Kommentare

Aktuelle Beiträge

Alle ansehen