Karin Leukefeld zur Lage an der EU-Außengrenze

Wie die Politik des Beharrens den Menschen ihre Perspektiven raubt


Karin Leukefeld, freie Journalistin und Nahost-Korrespondentin im Interview mit Sabine Ker erklärt uns die aktuelle Lage der Flüchtlinge an der EU-Außengrenze. Insbesondere an der polnisch-belarussische Grenze stehen tausende aus Irak, Syrien und Afghanistan geflüchtete Menschen, die nach Deutschland wollen und nachts vor Stacheldraht bei eisigen Temperaturen ausharren müssen. Auf der anderen Seite bewachen über 1.000 Soldat*innen die Grenze und erzeugen neues Konfliktpotential. Die Gründe für die Flucht dieser Menschen sind neben den anhaltenden wirtschaftlichen Problemen in Syrien und Afghanistan auch die Kriege, Krisen und fehlende Perspektiven für sich und die Kinder. Häufig verläuft die Route über die Türkei oder Weißrussland nach Polen und Deutschland und die Not dieser Flüchtlinge wird nicht zuletzt von Schleusern ausgenutzt, die für ihre Dienste viel Geld nehmen. Frau Leukefeld erläutert außerdem die komplexe Lage der Region auch im Hinblick auf die Corona-Pandemie und die wirtschaftlichen Verhältnisse der Länder im Nahen Osten. Vor allem der Irak, als Zentrum einer politischen Konfliktzone, kommt nicht zur Ruhe. Hier gibt es eine direkte Auseinandersetzung zwischen dem Iran, der USA, der EU und deren verbündeten arabischen Staaten, um den steigenden Einfluss in der Region. Die Bürger fliehen vor ständigen Drohnenangriffe und Anschlägen aus dem Land. Die schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse erschweren das Leben enorm und die Pandemie und damit in Verbindung stehenden Schließungen führten zu katastrophalen Bedingungen vor Ort. Die bestehenden Sanktionen insbesondere gegenüber Syrien verschärfen die Lage in der Region deutlich. Hier beschreibt Frau Leukefeld die Mitschuld der EU aufgrund der Außenpolitik der vergangenen 20 Jahre. Seit dem Ausbau der transatlantischen Beziehungen, der Schließung der Botschaften und der Beendigung wirtschaftlicher Zusammenarbeiten, wie der deutschen Entwicklungshilfe in den Jahren 2011 & 2012 wird es brenzlig in Syrien. Diese Politik des Beharrens seitens der EU nimmt den Menschen vor Ort jegliche Perspektiven, die aber dringend nötig wären. Letztlich sind die Flüchtlinge nicht nur Opfer der Situation in ihrem Herkunftsland, sondern auch Opfer der innereuropäischen Auseinandersetzungen. Denn auch weiterhin sind sich die Länder der EU über eine gleichmäßige Verteilung uneins. #Nahost#Flüchtlingspolitik#humanrights


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