Jeder 5. US-Bürger ohne sicheren Zugang zu Nahrung: Einst waren sie Ärzte oder Elektrotechniker

Die dominierenden Kräfte in den USA rechtfertigen ihre Militärinterventionen in aller Welt damit, Menschenrechte durchsetzen zu wollen. Sie unterhalten dafür dem mit Abstand größten Militärapparat der Welt. Hunderte Milliarden Dollar öffentliche Mittel geben sie dafür in jedem Jahr aus. Mittel, die sie dringlich in den USA einsetzen müssten, denn dort lebt jeder Fünfte US-Bürger ohne Recht auf Ernährung und soziale Sicherheit (Allgemeine Erklärung der Menschenrechte | Vereinte Nationen - Regionales Informationszentrum für Westeuropa (unric.org), Art. 22 und 25.). Die US-Wirtschaft ist die stärkste der Welt, aber nicht für die Menschen, viele ihrer produzierten Waren sind Waffen. Auszüge aus der Neuen Züricher Zeitung: "Bei «Hunger» denkt man an die ärmsten Länder der Welt, an Bürgerkriegszonen, gescheiterte Staaten und Dürregebiete wie Tschad, Zentralafrika oder Haiti. Die USA hingegen sind die wirtschaftsstärkste Nation der Welt. Und trotzdem grassiert hier der Hunger. 54 Millionen Amerikaner, also etwa ein Sechstel, waren Ende letzten Jahres auf Unterstützung angewiesen. Noch im Jahr 2019 betraf die Ernährungsunsicherheit 10,5 Prozent der Bevölkerung; durch die Pandemie hat sich dieser Anteil in den USA laut einer Studie des Think-Tanks Brookings Institution mehr als verdoppelt. Etwa ein Fünftel der Bevölkerung hat also nicht immer Zugang zu Essen. In Familien ist der Wert sogar noch bedeutend höher. Und dies in einem Land, das mehr Nahrung produziert, als konsumiert werden kann. Tatsächlich ist die Ernährungsunsicherheit laut der Organisation Feeding America in ländlichen und landwirtschaftlich geprägten Regionen besonders markant. Obdachlose Senioren im Einfamilienhausquartier Aber auch Millionenstädte wie Chicago sind betroffen. Hier hat ein Sechstel der Haushalte nicht immer genug zu essen. Verteilstellen des städtischen Hilfsprogramms Greater Chicago Food Depository, aber auch kirchliche und private Initiativen sind allgegenwärtig. Vor allem an Samstagen und in den ärmeren Quartieren sieht man am Strassenrand Klapptische, an denen Freiwillige warme Mahlzeiten ausgeben, mit langen Schlangen davor." Selbst Qualifizierte können innert Wochen abstürzen Viele Leute, die für eine kostenlose Mahlzeit anstehen, sind gut ausgebildet und hatten qualifizierte Jobs, bis sie abrupt abstürzten, so wie Karl. Die Sozialarbeiterin Jennifer Wood arbeitet vor allem mit Bedürftigen. Sie erklärt, wie schnell man in den USA abstürzen kann. «Ich kenne Leute, die mussten in die Intensivstation und fanden sich nachher vor einem Schuldenberg von 300 000 Dollar», sagt sie. «Sie werden vor Gericht gestellt, man nimmt ihnen das Haus weg, am Ende stehen sie auf der Strasse.» 42 Millionen Amerikaner erhalten SNAP-Gutscheine, eine Art Lebensmittelmarken. Das ist immer noch ein Achtel der Bevölkerung, obwohl der damalige Präsident Trump das Programm beschnitt. Ehemalige Spendensammlerin ist auf Gratisessen angewiesen «Vor allem illegal Eingewanderte verzichten oft auf Hilfeleistungen, weil sie Angst haben, dass sie dann wegen ihres unklaren Status Probleme bekommen», sagt Wood. Das betreffe nicht nur Latinos, sondern zum Beispiel auch Polen, die als Touristen einreisten und blieben. «Viele arbeiten schwarz, haben deshalb keine Krankenkasse, fürchten sich, bei Problemen zur Polizei zu gehen, und erhalten kein Arbeitslosengeld, wenn sie ihren Job verlieren», sagt Wood. Zudem sei in den USA die Ansicht weit verbreitet, man sei selbst schuld, wenn man arm sei. «Manche Obdachlose richten sich lieber in einer Metro ein, die rund um die Uhr fährt, als sich an eine Institution zu wenden.» Hunger in den USA: Wer in Chicago für kostenloses Essen ansteht (nzz.ch)

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