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ISOLATIONSHAFT IST FOLTER: Stefan Zweig dokumentierte sie in der NS-Zeit. Heute trifft sie Assange




„Und immer um mich nur der Tisch, der Schrank, das Bett, die Tapete, das Fenster, keine Ablenkung, kein Buch, keine Zeitung, kein fremdes Gesicht, kein Bleistift, um etwas zu notieren, kein Zündholz, um damit zu spielen, nichts, nichts, nichts.“ (Dr. B, S. 61)

Als ich vor ein paar Tagen Philipp Stölzls grossartige Verfilmung von Stefan Zweigs #Schachnovelle [1] sah, musste ich oft an #JulianAssange denken und habe mich gefragt, wie ein Mensch, es schaffen kann 4 Jahre #Isolationshaft auszuhalten. Der Film zeigt die subtilen Foltermethoden der Nazis, und wie Dr. Josef Bartok nach einigen Monaten daran zerbricht und wahnsinnig wird. Julian Assange wird seit über 50 Monaten als politischer Gefangener im Hochsicherheitsgefängnis #Belmarsch gefangen gehalten und gefoltert. Er ist am 19. Juni 2012 in die eqadorianische Botschaft geflüchtet, um nicht vom CIA in die USA entführt zu werden, wo ihm eine Haftstrafe von 175 Jahren droht, weil er als Journalist am 5. April 2010 mit dem Film COLLATERAL MURDER die Weltöffentlichkeit wach rüttelte und #KriegsVerbrechen der US-amerikanischen Regierung dokumentierte. Seit über 11 Jahren lebt er in Gefangenschaft und ist seit 4 Jahren von der Aussenwelt isoliert, ohne je ein Verbrechen begangen zu haben. #StefanZweig dokumentierte mit seiner Schachnovelle die unmittelbare Zeitgeschichte und die menschenverachtenden Verbrechen des Nationalsozialismus. Sein Protagonist versucht die grausamen Belastungen der Isolationshaft zu überstehen, indem er monatelang Schach gegen sich selber spielte - bis er einen Nervenzusammenbruch erlitt. Die Novelle zeigt auf eindrückliche Weise: ISOLATIONSHAFT IST FOLTER und richtet bleibende Schäden an. In Zeiten, da in den USA und auch in Europa nicht nur über die Legitimität solcher Massnahmen diskutiert, sondern an Julian Assange ein Exempel statuiert wird, um alle kritischen Denker und Publizisten einzuschüchtern, soll diese Erkenntnis, die jeder aus Zweigs Novelle gewinnen kann, an unser aller Gewissen appellieren.

Im Fall Assange weist die Persönlichkeitsstruktur seiner Ankläger unverkennbare Ähnlichkeiten mit der Primitivität und Menschenverachtung der Nationalsozialisten auf. Wie diese setzten #SIE psychologischen Druck ein, um nicht nur Julian in die Knie zu zwingen, sondern um allen Menschen die die Wahrheit ans Tageslicht bringen das Maul zu stopfen. Wenn #SIE, die sie vorgeben gegen den zunehmenden #Rechtsradikalismus zu kämpfen, die gleichen Foltermethoden anwenden, wie einst die #Nazis, wird deutlich, dass wir uns von #Psychopathen und faschistoiden ReGIERungen beherrschen lassen, die fürwahr auf der Gefängnisinsel #Alcatraz besser aufgehoben wären!

Die Schachnovelle endet mit einem resignierten Fazit: In der Auseinandersetzung mit Terror und Menschenverachtung sind Intelligenz und Geist machtlos, so Stefan Zweig, das Böse wird sich mit seinen Mitteln gegen sie durchsetzen. Sicherlich war es dieselbe resignative Grundstimmung, die Zweig und seine Frau dazu brachte, sich zwei Tage, nachdem er sein Manuskript an seinen Verleger geschickt hatte, am 21. Februar 1942 im brasilianischen Exil das Leben zu nehmen … Der Film lässt Julians vernichtenden Alltage in Einzelhafts nur annähernd erahnen. Es ist mir ein Rätsel, woher er all die Kraft nimmt, mit der er der Isolationsfolter widersteht und all seinen Folterknechten die Stirn bietet. Ich bewundere diesen Menschen, der für unsere Freiheit kämpft, zutiefst und bete für seine baldige Freilassung.

[1] Die Schachnovelle (2021)








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