Großbritannien und USA missachten Selbstbestimmung der Chagossianer:innen und internationales Recht

Vor 50 Jahren wurde die gesamte Bevölkerung der Chagos-Inseln von britischen Behörden vertrieben. Die NATO-Staaten Großbritannien und die USA kolonialisieren immer noch in Afrika. Nun wollen die im Exil lebenden Chagossianer und Chagossianerinnen ihre Insel zurück.

Nach Abspaltung der mauritischen Inselgruppe kurz vor der Unabhängigkeit Mauritius verpachtete Großbritannien die größte Insel im Jahr 1966 an die USA, die anschließend einen US-Marine-Stützpunkt errichtete. Dafür wurden zwischen 1967 und 1973 rund 1500 Menschen zwangsumgesiedelt. Inzwischen wurde der Pachtvertrag sogar bis 2036 verlängert.


Luftaufnahme der von Großbritannien annektierten und an die USA verpachteten Insel mit der Marinestation Diego Garcia

Der Internationale Gerichtshof verurteilte das Vorgehen Großbritanniens bereits 2019 als Verstoß gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker. Jetzt hat auch der Internationale Seegerichtshof entschieden - die Chagos-Inseln müssen an Mauritius zurückgegeben werden. Jedoch zeigt Großbritannien sich bisher unerbittlich.

https://www.dw.com/de/das-verlorene-paradies/a-61521904?dicbo=v2-3b1b330ecde10a2435e55eea1e4ccc85&maca=de-AS-content-outbrain


Seegerichtshof spricht Chagos-Inseln samt US-Basis "Diego Garcia" Mauritius zu Großbritannien will British Indian Ocean Territory mit der Militärbasis Diego Garcia nicht übergeben Michael Vosatka 29. Jänner 2021, 18:15

Hamburg – Großbritannien muss im Fall des umstrittenen Chagos-Archipels im Indischen Ozean eine weitere juristische Niederlage hinnehmen. Der Internationale Seegerichthof der Vereinten Nationen (International Tribunal for the Law of the Sea, ITLOS) in Hamburg entschied am Donnerstag, dass Großbritannien keine Souveränität über die Inselgruppe zusteht. Damit wird eine Entscheidung des Internationalen Gerichtshofes (International Court of Justice, ICJ) in Den Haag von Februar 2019 bestätigt. Diesem Urteil folgend kritisierten die ITLOS-Richter London für das beharrliche Ignorieren des Spruches, der eine Übergabe bis Ende 2019 verlangte. BILD NICHT MEHR VERFÜGBAR. Die Chagos-Inseln werden vom Internationalen Seegerichtshof Mauritius zugesprochen.Foto: Reuters Auch die UN-Generalversammlung hatte sich bereits im Mai 2019 mit 116 zu 6 Stimmen für eine Rückgabe der Inseln an Mauritius ausgesprochen

https://www.derstandard.de/story/2000123727770/seegerichtshof-spricht-chagos-inseln-mauritius-zu


Chagos-Archipel:Kolonialer Schandfleck 20. Mai 2019, 18:55 UhrLesezeit: 2 min

Großbritannien will eine Inselgruppe im Indischen Ozean behalten.

Von Bernd Dörries


Seit einem halben Jahrhundert haben sie die alte Heimat nicht gesehen, die weißen Strände, das azurblaue Wasser, die 55 Inseln des Chagos-Archipels im Indischen Ozean - es war ein kleines Paradies, dessen Bewohner seit Jahrzehnten durch die Hölle gehen. Als die USA nach einem Stützpunkt für ihre Flotte suchten, sagten die Briten, sie hätten etwas Passendes anzubieten und verpachteten dem Bündnispartner 1971 das Chagos-Archipel. Zweitausend Bewohner lebten damals dort, die Briten deportierten sie auf die Seychellen und nach Mauritius. Seitdem kämpfen sie und ihre Nachkommen um eine Rückkehr in die alte Heimat.

https://www.sueddeutsche.de/politik/chagos-archipel-kolonialer-schandfleck-1.4454414


Chagos-Inseln: Streit um die letzte Kolonie in Afrika

Ein Stück Großbritannien liegt zwischen Madagaskar, Sri Lanka und Indonesien: Die Chagos-Inseln sind bis heute britische Kolonie, ihre Bewohner wurden umgesiedelt. Die UN fordern, die Inseln an Mauritius zurückzugeben.

https://www.dw.com/de/chagos-inseln-streit-um-die-letzte-kolonie-in-afrika/a-51321497


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