Genscher: Die Palästinenser sind die Opfer der Opfer des Deutschlands unserer Väter und Großväter!

Martin Niemöller hat das Versagen gut in diesen Zeilen zusammengefasst. Es ist heute soooooooooo aktuell! Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler. Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.

Wenn Du nicht weißt, woher du kommst, wenn Du nicht weißt, was Deine Eltern oder Großeltern erlebt oder getan haben.

Warum sind die Juden nach Palästina gegangen und haben sich das Land genommen, auf dem die Palästinenser lebten? Die Idee dazu hatte Theodor Herzl, als er die antisemitische Diskriminierung in Frankreich erlebte. Die Dreyfus Affäre - GRIN (unten) Er hatte die Hoffnung aufgegeben, dass die europäischen Mehrheitsgesellschaften ihre jüdischen Bürger nicht mehr diskriminieren und glaubte, dass Juden ihre Rechte nur in einem eigenen Staat bekommen könnten.

Die meisten Juden sahen das damals nicht, wie fühlten sich als Deutsche, Franzosen, Polen, Russen jüdischen Glaubens.

Die große Abwanderung von Juden aus Europa in größeren Stil bewirkte erst die deutsche Politik unter nationalsozialistischer Führung: Sie zwang Juden zur Migration, wenn sie überleben und nicht vernichtet werden wollten.

Insoweit, denke ich, hatte Genscher recht und ist es gut, dass Helga Baumgarten uns daran erinnert, um heute den Israel-Palästina-Konflikt verständlich zu machen. Die Palästinenser sind die Opfer unserer Opfer. Deshalb haben wir ein besondere Verantwortung auch für sie. Wer steht in Deutschland für dieses Verständnis? Du? Ich? Welche Politiker, Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Initiativen? Hier haben wir mit Helga Baumgarten vielleicht einen Leuchtturm für uns, der uns zur Orientierung dienen kann.


Waren deshalb damals alle Deutschen gleich verantwortlich?

Sicher nicht. Es gab Deutsche, die Juden geschützt haben, versteckt haben, versucht haben, die Machtergreifung der NSDAP zu verhindern. Aber sie waren in der Minderheit und konnten sich nicht durchsetzen und das Morden nicht verhindern. Es gab die überzeugten Nationalsozialisten, die wirklich glaubt, die Juden trügen die Verantwortung für ihr Leid. Das Verantwortlichmachen der Jüdischen Minderheit für Probleme im Land hatte in Deutschland und Europa eine lange und brutale Geschichte. Aber selbst unter diesen NS-Überzeugten gab es viele, die sich für die Juden einsetzten, die sie persönlich kannten. Das war den NS-Oberen immer wieder ein Dorn im Auge. Und es gab viele Deutsche, die von der Diskriminierung profitierten, wenn sie keine Kredite an Juden zurückzahlen mussten oder das jüdische Konkurrenzgeschäft geschlossen wurde oder man von verfolgten Juden billig ihre Häuser kaufen konnte oder für sich persönliche Aufstiegschancen durch die NSDAP sahen. Und es gab Teile der wirtschaftlich herrschenden Schichten, die sich einer Masse in der Krise verzweifelter Deutscher gegenübersahen: Sie bevorzugten die Ablenkung der Verantwortung für das Leid der Menschen auf die jüdische Minderheit, um ihre privilegierte Stellung im Wirtschaftssystem sichern zu können und soziale oder sozialistische Reformen zu verhindern. Auch die Demokraten, Kommunisten, Christen, Pazifisten, Sozialdemokraten und Gewerkschafter tragen Verantwortung: Sie bekämpften sich oft gegenseitig, anstatt die gemeinsame Aufgabe anzupacken, Hitler zu verhindern und auch die jüdischen Bürger zu schützen. Sie schafften es nicht aus der Mehrheit der Deutschen, die Hitler nicht wollten (die NSDAP gewann bei freien Wahlen nie eine Mehrheit und hatte sogar vor ihrer Machtergreifung durch die Unterstützung bürgerlicher Parteien, des Militärs, von Wirtschaftskreisen und des Präsidenten massive Wählerverluste erlitten) eine Kraft zur Vereinderung des Nationalsozialismus zu formen.



If you don't know where you come from, if you don't know what your parents or grandparents experienced or did.

She recalls the German politician Genscher and quotes him: The Palestinians are the victims of our victims. That is why we have a special responsibility for them as well. Who in Germany stands for this understanding? You? Me? Which politicians, parties, trade unions, churches, initiatives? Here, with Helga Baumgarten, we may have a lighthouse for us that can serve as orientation.

Videos in Deutsch, unten:

Dreyfuss: A) Der verräterische und schuldige Jude

Zunächst handelte es sich um eine simple Spionageaffäre. Im September 1894 erfuhr der Nachrichtendienst des Kriegsministeriums über den Verrat von Militärgeheimnissen an die deutsche Botschaft. Ein wichtiges Dokument, ein „Bordereau“, wurde gestohlen. Nach der Expertise der auf den Dokumenten zu findenden Handschrift verdächtigte man Kapitän Alfred Dreyfus (9. Oktober 1859- 12. Juli 1935). Die polizeilichen Untersuchungen begannen innerhalb kürzester Zeit. Dreyfus war Absolvent der Ecole Polytechnique, er war wohlhabend und Jude, hatte gute Kenntnisse über die deutsche Kultur, und wurde vom Generalstab mit Misstrauen beäugt (Hochrangige Soldaten und Beamte waren sehr antisemitisch, monarchistisch und klerikal eingestellt[2] ). Er war also der perfekte Schuldige. Der Kriegsrat verurteilte ihn, vor allem aufgrund eines geheimen Dossiers, das mit gefälschten Beweisen angereichert war[3], und das der verteidigenden Anwaltschaft nicht weitergeleitet wurde. Am 22. Dezember 1894 wurde er zur Deportation nach Guyana und zum militärischen Rangverlust verurteilt, der am 5. Januar 1895 im Hofe der Ecole Militaire stattfand.

Aber Dreyfus hatte immer für seine Unschuld plädiert und seine Familie , die weiterhin von dieser überzeugt war, war entschieden, nicht aufzugeben. Lieutenant Colonel Picquart wurde 1896 zum neuen Oberhaupt des Nachrichtendienstes ernannt. Er entdeckte ein neues Dokument, bestimmt für Kolonel Esterhazy, „un homme à la moralité douteuse“[4], der mit großer Wahrscheinlichkeit der wahre Schuldige war[5]. Picquart informierte den Generalstab, welcher aber diese Information auf Seite legte, da sie störend für ihn war, und schickte Picquart ins Ausland. Es ging vor allem darum, die „Unfehlbarkeit der Armee nicht in Frage zu stellen“[6]. Eine derartige Infragestellung wäre, laut dem Generalstab und sogar der Regierung, ein Risiko für die Nationale Sicherheit. Trotzdem hatte Picquart genug Zeit um die Familie Dreyfus zu warnen. Die Familie bat um die Überprüfung des Prozesses mit Betrachtung des Falles Esterhazy, aber dies wurde abgelehnt und Esterhazy freigesprochen.

Die öffentliche Meinung, welche auf eine Rache an Deutschland pochte, stellte einen wesentlichen Bremsfaktor für die Überprüfung des Prozesses dar[7]. Ein ausgesprochen patriotisches Klima, das vor allem auf dem Verlust Elsass-Lotringens beruhte, erzeugte einen großen Respekt und großes Vertrauen sowohl in die Armee und als auch in deren Oberhäupter. Die Öffentlichkeit war also zufrieden.

Anfang des Jahres 1895 schien also die Affäre abgeschlossen, aber eigentlich hatte die „Affäre“ noch nicht einmal wirklich begonnen.

Die Dreyfus Affäre - GRIN








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