Fast 100 Tote laut Uno nach Untergang von Flüchtlingsboot im Mittelmeer

Genf – Beim Untergang eines Flüchtlingsboots sind nach Angaben der UNO und der Organisation Ärzte ohne Grenzen dutzende Menschen im Mittelmeer ertrunken. "Mehr als 90 Menschen sind bei einer weiteren Tragödie im Mittelmeer gestorben", schrieb der Chef des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Filippo Grandi, am Sonntag auf Twitter. Laut der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte ein kommerzielles Tankschiff am Samstag vier Überlebende von einer Rettungsinsel gerettet.Das überfüllte Boot war demnach von Libyen aus Richtung Europa aufgebrochen.

Internierungslager in Libyen Ärzte ohne Grenzen: Sie dürften nicht nach Libyen forderte die Organisation. "Keiner der Überlebenden sollte an einen Ort zurückgeschickt werden, an dem ihm Inhaftierung, Missbrauch und Misshandlung drohen." Werden die Menschen in das nordafrikanische Krisenland zurückgeschickt, werden sie in Internierungslagern untergebracht. Menschenrechtler üben immer wieder massive Kritik an den Bedingungen in den Zentren. Grandi rief die EU zum Handeln auf: "Europa hat bewiesen, dass es in der Lage ist, vier Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine großzügig und effektiv aufzunehmen", erklärte er. Nun müsse es dringend darüber nachdenken, wie es dies auf andere Flüchtlinge und Migranten in Not anwenden kann. (APA, 4.4.2022)

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