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30 Länder bereit, die BRICS-Währung zu akzeptieren: Dollar-Vorherrschaft könnte überwunden werden

Immer mehr Länder zeigen Interesse, der BRICS-Allianz beizutreten und die neue Währung zu akzeptieren. Die Entscheidung, anderen Ländern den Beitritt zu gestatten, könnte auf dem nächsten Gipfel im August in Südafrika getroffen werden.

Das Bündnis würde nach der Erweiterung stärker werden, da ihr BIP das der USA und anderer westlichen Mächten überholen würde. Dies könnte den Dollar und den Euro ins Hintertreffen bringen, da die Entwicklungsländer ihre Abhängigkeit vom USD beenden könnten. Daher sind die BRICS-Staaten besser als je zuvor in der Lage, eine neue globale Finanzordnung herbeizuführen.

Dem jüngsten Bericht zufolge sind folgende 25 Länder bereit, den BRICS-Staaten beizutreten und die neue Währung für den internationalen Handel zu akzeptieren: Afghanistan, Algerien, Argentinien, Bahrain, Bangladesch, Weißrussland, Ägypten, Indonesien, Iran, Kasachstan, Mexiko, Nicaragua, Nigeria, Pakistan, Saudi-Arabien, Senegal, Sudan, Syrien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Thailand, Tunesien, die Türkei, Uruguay, Venezuela und Simbabwe. Die Länder, die an einem Beitritt zu BRICS interessiert sind, sind auch ölreiche Nationen. Daher könnte das Bündnis die europäischen Länder zwingen, mit der neuen Währung für Öl und nicht mit dem Dollar zu bezahlen.


Die BRICS-Staaten sind eine Vereinigung aufstrebender Volkswirtschaften. Die Abkürzung „BRICS“ steht für die Anfangsbuchstaben der fünf zugehörigen Staaten Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Die Zusammensetzung ist fast identisch mit der der O5-Staaten, zu denen Mexiko anstatt Russland gezählt wird.

Industrielle Entwicklung und wirtschaftliches Gewicht

Industrielle Entwicklung und wirtschaftliches Gewicht sind bei den BRICS-Staaten sehr unterschiedlich.

China

China ist die mit Abstand größte Volkswirtschaft der Gruppe und hat mit über 1,4 Milliarden Bewohnern auch knapp vor Indien die größte Bevölkerung aller BRICS-Staaten und der Welt. An gesamter wirtschaftlicher Kraft liegt die Volksrepublik 2022 kaufkraftbereinigt vor der EU oder den USA[11], liegt aber beim BIP pro Kopf nach Kaufkraftparität auf unter einem Drittel des US-Niveaus und innerhalb der BRICS-Staaten nur an zweiter Stelle hinter Russlands und knapp vor Brasilien und Südafrika.

Die chinesische Wirtschaftskraft hat sich von 2008 bis 2017 mehr als verdoppelt und auch wenn sich das Wachstum in den letzten Jahren etwas abgeschwächt hat, liegt es mit über 6 % jährlich immer noch weit über dem westlicher Industriestaaten (1,5–2 %).[12] Das Land strebt mittelfristig eine führende Rolle in der weltweiten Wirtschaft an und arbeitet bereits daran, auch in Hochtechnologiesektoren (Flugzeugbau, Medizintechnik etc.) zu den westlichen Industriestaaten aufzuschließen.

Prognosen vermuten, dass Chinas BIP ungefähr im Jahre 2030 größer sein wird als das der USA.[13]

Indien

Indien ist sowohl nach Bevölkerung (ca. 1,42 Mrd.) als auch nach Wirtschaftskraft der zweitgrößte der BRICS-Staaten und nach Kaufkraftparität bereits die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt. Gleichzeitig ist das Land aber auch der am niedrigsten entwickelte Staat der BRICS-Gruppe, besitzt das niedrigste Pro-Kopf-BIP und die niedrigste Position im Index der menschlichen Entwicklung (siehe Tabelle).

Ebenso wie China hat das Land Mitte der 2010er Jahre eine rasante wirtschaftliche Entwicklung durchgemacht, mit Wachstumsraten, die meist knapp unter denen Chinas lagen, aber dennoch über 6 oder 7 % jährlich.[14] Langfristig wird Indien wohl das am schnellsten wachsende Mitglied der BRICS-Gruppe sein, auch wenn sich das Wachstum deutlich verlangsamen wird.

Wahrscheinlich wird Indien um das Jahr 2050 den Platz der USA als die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt einnehmen,[15] zu diesem Zeitpunkt 1,7 Milliarden Einwohner haben und damit das bevölkerungsreichste Land der Welt sein.[16]

Russland

Russland ist der laut Index der menschlichen Entwicklung am höchsten entwickelte aller BRICS-Staaten (siehe Tabelle), es hat auch das höchste Pro-Kopf BIP.[17] Nach Fläche ist Russland der mit Abstand größte Staat der Welt, besitzt aber eine Bevölkerung von lediglich 145 Millionen Menschen und liegt damit innerhalb der BRICS-Gruppe auf dem vorletzten Platz.

Das Land profitiert extrem von seinen riesigen Öl- und Gasvorräten; der Verfall der Weltmarktpreise mit der 2010er Jahre und die Sanktionen zahlreicher Staaten infolge des Ukraine-Kriegs haben aber zu einer Rezession geführt; mehrfach schrumpfte das BIP.[18] Allerdings ist Russland nach Kaufkraftparität immer noch die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt, nominell die zwölftgrößte. Russland ist Mitglied und der mit Abstand größte Staat der „Eurasischen Wirtschaftsunion“.

Brasilien

Brasilien ist der nach Bevölkerung drittgrößte BRICS-Staat (ca. 215 Millionen Einwohner) und die nach Kaufkraftparität achtgrößte Volkswirtschaft der Welt. Mitte der 2010er Jahre erlebte Brasilien eine schwere Rezession, die noch durch eine politische Krise begünstigt wurde, deren Verursacher die extrem weit verbreitete Korruption in der politischen Führungsschicht war; das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um nahezu 8 %. Die brasilianische Wirtschaft entwickelte sich recht unbeständig und wuchs im Mittel langsamer als die Chinas oder Indiens.

Südafrika

Südafrika ist in nahezu allen Belangen der kleinste der BRICS-Staaten, es hat die mit Abstand geringste Bevölkerung (ca. 60 Mio.) und ist die mit Abstand kleinste Volkswirtschaft (siehe Tabelle). Das Land hat aber große Bedeutung als Rohstofflieferant, sowohl von Diamanten und Edelmetallen als auch von Rohstoffen wie Zink, Eisen, Kohle, Mangan und anderen.

Im Vergleich zu den restlichen BRICS-Staaten und auch zu anderen Schwellenländern weist Südafrika niedrige jährliche Wachstumsraten auf (unter 3 %),[12] das Land hat Probleme mit ausufernder Korruption und einer extrem hohen sozialen Ungleichheit. Für das subsaharische Afrika ist Südafrika recht hoch entwickelt, ist aber gleichwohl dasjenige Land der BRICS-Staaten mit dem zweitniedrigsten Rang beim Index der menschlichen Entwicklung (siehe Tabelle).

Anteil an der Weltwirtschaft

Etwas mehr als 40 % der Weltbevölkerung, knapp über drei Milliarden Menschen, leben in den BRICS-Staaten. Ihr Anteil am nominellen weltweiten Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2021 ein Viertel. Beim BIP nach Kaufkraftparität lag er mit über 31 % deutlich höher. (Zum Vergleich: In den G7-Staaten leben etwa 11 % der Weltbevölkerung, kaufkraftbereinigt werden dort 33 % des weltweiten BIP erwirtschaftet).[19]

Weblinks

Commons: BRICS countries – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien


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