100 Sekunden vor Zwölf - Atomkriegsgefahr: Ostermarschierer in Wanfried warnen vor der Katastrophe


Die Warnung vor einer Eskalation der Spannungen zwischen den USA, Russland und China stand im Mittelpunkt des ersten Wanfrieder Ostermarsches. Der Marsch führte von der Internationalen FriedensFabrik Wanfried durch die Innenstadt zum Hafen. Neben Wanfrieder*innen und Bürger*innen aus Nachbargemeinden nahmen Friedensaktive aus Berlin, Tübingen, Solingen und Kassel an der Aktion teil. Auch Mitglieder der Initiative Black and White beteiligten sich. Reiner Braun forderte dazu auf, den von Willy Brandt und Olaf Palme begonnenen Weg der Entspannung wieder aufzunehmen. In der nordhessischen Kleinstadt an der Grenze zu Thüringen sprachen bei der Kundgebung am Hafen Reiner Braun, Koordinator des International Peace Bueros, der Kampagne Abrüsten statt Aufrüsten und der Initiative Stopp Ramstein aus Berlin. Wie die anderen Redner machte er vor allem die NATO-Staaten für das Anheizen der Spannungen verantwortlich, etwa durch die Organisation des neuerlichen Manövers "Defender 2021" in den nächsten Monaten an der russischen Grenze (Hintergrund: Kein Lockdown für Militärs - GERMAN-FOREIGN-POLICY.com (german-foreign-policy.com). Er fordert Engagement für den Aufbau eines starken europäischen Sicherheitssystems.


Der hessische Landtagsabgeordnete Torsten Felstehausen (Die Linke) kritisierte die Verwendung der öffentlichen Mitteln für immer mehr Aufrüstung der Bundeswehr. Damit würden Gelder verschwendet, die dringlich für die die Stärkung des Gesundheitssystem gebraucht werden und eine zukunftssichernde Klimapolitik. Er wies darauf hin, dass Wissenschaftler - darunter viele Nobelpreisträger - die Atomkriegsgefahren-Uhr auf 100 Sekunden vor Zwölf gestellt haben Atomkriegsuhr – Wikipedia, (152) Die Atomkriegsuhr tickt - Das Wettrüsten im KALTEN KRIEG - YouTube



Pablo Flock von der Informationsstelle Militarisierung aus Tübingen sprach die Gewalt gegen die Bevölkerungen an, die von den westlichen Militärinterventionen in Afghanistan und Mali ausgehen. Diese Militäreinsätze würden die Probleme nicht lösen, sondern verschärfen. Sie ständen in Afrika vor allem im Interesse der französischen Großmachtpolitik und französischen Interessen an der Ausbeutung afrikanischer Rohstoffe. (Seine Studie "Selektive Empörung" zu Westafrika kann jede/r hier nachlesen: IMI-Studie-2020-8-ECOWAS.pdf (imi-online.de)) Pablo Flock kritisierte, dass Kriegsverbrechen nicht betraft werden, aber diejenigen, die sie bekannt machen, wie Julian Assange bestraft werden.

Andreas Heine, Kreistagsabgeordneter der Linke im Werra-Meißner-Kreis und Sprecher des Friedensforums Werra-Meissner, rief auf, in der gefährlichen globalen Lage, Brücken zu bauen, statt sie einzureißen. Er hatte die drei Ostermärsche im Wahlkreis 169 in Eschwege, Witzenhausen und Wanfried angeregt. Wolfgang Lieberknecht von der Internationalen FriedensFabrik Wanfried erinnerte an die beiden Friedensveranstaltungen mit dem russischen Orchester aus Istra in Wanfried und dem benachbarten Treffurt in den vergangenen Jahren.


Bilder von den beiden Aktionen mit dem Orchester Istra in Wanfried in den vergangenen Jahren: Video zur zweiten Friedensaktion vor dem Wanfrieder Rathaus.

Er rief alle Menschen, die sich der Gefahr für das Überleben bewusst sich, dazu auf, im Bundestagswahlkampf das Thema Frieden in den Mittelpunkt zu stellen. Er schlug vor, dazu überparteiliche Wahlkreisforen zu bilden, da Menschen in vielen Parteien und ohne Parteimitgliedschaft, die die Probleme sehen, gemeinsam mehr Einfluss gewinnen könnten.

Der Ostermarsch überquerte dann symbolisch für das "Brücken bauen zwischen den Völkern" die Werrabrücke und führte dann zurück zur FriedensFabrik.



Die Veranstaltung dort begann mit einem Sketch von Ulli Schmidt von Attac Kassel über das Rüstungsmonster. Es frisst die Steuern für Aufrüstung, die dringlich für besseres Lebensbedingungen gebraucht werden. Hier ist er auf der Seite von Attac zu sehen: Startseite - - Attac Deutschland - www.attac.de (attac-netzwerk.de).

Reiner Braun warnte erneut vor der Kriegsgefahr. Aus den USA schaltete sich über ZOOM David Swanson zu. Er vertritt die globale Bürger*innen-Initiative "World BEYOND War - World Beyond War . . .". und stellte deren Arbeit vor. Er forderte dazu auf, sich jetzt überall für den Rückzug der westlichen Truppen aus Afghanistan einzusetzen und erinnerte daran, dass die deutsche Bundesregierung das zweitgrößte Truppenkontingent in Afghanistan unterhält, während mehrere andere Staaten sich inzwischen aus dem Land zurückgezogen haben. Die in den USA gestartete Initiative hat inzwischen Verbindungen in 190 Länder der Welt aufgebaut. Sie will die "Kleinen Leute" weltweit zusammenbringen; sie können gemeinsam von der Politik den Aufbau eines weltweiten Sicherheitssystems verlangen und so den Krieg von der Welt verbannen. (Hier ein Beitrag von David Swanson: (152) David Swanson: American exceptionalism, part 1 of 2 - YouTube)

Die Internationale FriedensFabrik Wanfried hat sich Worldbeyondwar ebenso angeschlossen wir der Kameruner Guy Feugap mit seiner afrikanischen Gruppe. Der FriedensAktivist berichtete über die Konflikte in seinem Land, die viele Menschen in die Flucht treiben. Er begrüßte den Vorschlag, ein "Worldbeyondwar Afrika" afrikanisches als Netzwerk mit FriedensAktiven aus anderen afrikanischen Staaten zu bilden (Volunteer Spotlight: Guy Feugap - World Beyond War . . .). Pablo Flock zeigte in einem Powerpointvortrag die neokoloniale französische Afrikapolitik auf; er forderte die deutschen Bürger*innen und Politiker*innen auf, sich ihr entgegenzustellen, statt sie zu unterstützen. Die von ihm für die Informationsstelle Militarisierung erstellt Studie zum Thema kann hier heruntergeladen werden: IMI-Studie-2020-8-ECOWAS.pdf (imi-online.de)

Aus Ghana nahm Matthew Davis online teil. Er war im Bürgerkrieg aus seinem Heimatland Liberia nach Ghana geflohen und unterstützt dort in einem Stadtteil der ghanaischen Hauptstadt Accra mit 11.000 Flüchtlingen Kinder, zur Schule gehen zu können. Er hatte um Bürgerkrieg erlebt, wie Soldaten einen Mann vor seiner Familie erschossen hat, weil er der "falschen" Ethnie angehörte. Dieses Bild habe er täglich im Kopf und warnt alle, die Hände von Kriegen zu lassen. Salah aus Algerien bemüht sich, für Sonntag, den 18. April, einen algerischen Journalisten zu gewinnen, über die demokratische Revolution in Algerien zu berichten. Diese starke Bewegung wird von deutschen Medien kaum erwähnt. Algeriens Regierung kauft viele Waffen in Deutschland und liefert viele Rohstoffe nach Europa.

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